Schulschwimmen: Rabes Zahlenzauber ist aufgeflogen

Noch weniger Hamburger Schulkinder als im letzten Jahr können schwimmen – entgegen seiner stolzen Erfolgsmeldungen und wütenden Angriffe auf DIE LINKE verbessert die so genannte Optimierung von Schulsenator Rabe (SPD) nichts. Das belegt die jüngste Anfrage der Fraktion (Drs. 21/6796). „Die Ergebnisse für das Schuljahr 2015/16 sind sogar noch schlechter als im Vorjahr, die Hälfte der Schüler_innen kann trotz Schulschwimmunterrichts nicht sicher schwimmen und ein Fünftel kann es gar nicht. Dass Herr Rabe da noch feiert, ist einfach nur zynisch!“, erklärt dazu Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion.

Rabe hatte Boeddinghaus nach ihrer letzten Analyse zur Schwimmfähigkeit der Hamburger Schüler_innen vorgeworfen unseriös zu arbeiten, weil noch keine Zahlen für 2015/16 vorlägen – dem ersten Schuljahr, in dem der „Optimierungsmodus“ des Schulschwimmens voll greift. Diese Daten liegen nun mit der Senatsantwort vor – und ergeben ein alarmierendes Bild: Demnach sind Rabes Aussagen, wonach 87 Prozent der Schüler_innen nach der Grundschule das Niveau der Wassergewöhnungsstufe „Seepferdchen“ und 66 Prozent sogar die Schwimmstufe Bronze erreichten, so nicht wahr. „Die Gesamtzahlen der Jahrgänge 3 und 4 zeigen, dass gerade 82 Prozent das Seepferdchen und sogar nur 50 Prozent aller Grundschüler_innen Bronze oder besser schaffen“, erläutert Sabine Boeddinghaus. „Damit sind die Senatsziele von 95 beziehungsweise 70 Prozent meilenweit verfehlt. Dieser Zahlenzauber des Schulsenators ist absolut unseriös, er verschleiert reale Gefahren für Hamburgs Kinder.“

Außerdem hat sich die soziale Kluft in der Schwimmfähigkeit weiter vertieft. „An Schulen mit dem schwächsten Sozialindex haben mittlerweile 80 Prozent der Kinder auch nach der Grundschule kein Schwimmabzeichen in Bronze oder besser, 42 Prozent können überhaupt nicht schwimmen“, so Boeddinghaus. „An den Schulen mit der besten Sozialindexkategorie sind es nur 18 Prozent ohne Bronze und drei Prozent Nichtschwimmer_innen. Das heißt: Wer in sozial benachteiligten Stadtteilen aufwächst, ist deutlich stärker gefährdet zu ertrinken. Der Senat will einfach nichts dagegen tun.“

Darüber hinaus zeigen die Zahlen, dass die spezielle Förderung für Kinder mit besonderen Problemen beim Schwimmen eklatant gescheitert ist. „Auch fehlt noch immer die Inklusion im Optimierungskonzept“, kritisiert die Schulpolitikerin. „Und das Gutscheinsystem für alle, die in der 6. Klasse noch nicht schwimmen können, bleibt auch 2015/16 eine reine Alibikonstruktion. Deshalb: Das Schulschwimmkonzept muss endlich ergebnisoffen und ehrlich im Schulausschuss besprochen werden, damit wir zu einer echten Lösung kommen, die unserer Verantwortung und Pflicht für das Wohl aller Schüler_innen Rechnung trägt. Es ist allerhöchste Zeit!“