Die Hamburger Wohnungswirtschaft hat gestern die von ihr in Auftrag gegebene „Studie zum Hamburger Mietwohnungsmarkt“ veröffentlicht. In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es dazu: „Miethöhen und Fluktuationsraten belegen einen funktionierenden Mietwohnungsmarkt, sodass regulatorische Eingriffe und politischer Aktionismus fehl am Platz sind.“

Fragwürdig ist die Rechnung, auf der dieses Fazit beruht: In Hamburg gibt es knapp 700.000 Mietwohnungen bei privaten Vermieter_innen, sowie rund 262.000 Mietwohnungen bei der SAGA und den Genossenschaften. 212.000 Mietdatensätze von der SAGA und den Genossenschaften bestätigen zwar die hier vorhandenen relativ günstigen Mieten. Doch für den Großteil der privaten Mietwohnungen gab es mit 38.000 Datensätzen, also gut 5 Prozent, keine statistisch verwendbaren Zahlen – daher wurden diese Daten einfach nur hochgerechnet.

Dazu erklärt Heike Sudmann, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Eine seriöse Datengrundlage sieht anders aus, diese Studie basiert auf Kaffeesatzleserei.“ Gerade privat vermietete Wohnungen in Hamburg seien oft zu teuer. „Wie hoch die Mietpreise hier wirklich liegen, bleibt jedoch unklar. Diese Studie ist daher nicht mehr als ein Placebo und kann Wohnungssuchende in Hamburg wohl kaum beruhigen. Die Untersuchung ist vielmehr der völlig untaugliche Versuch, die Notwendigkeit einer echten Mietpreisbremse in Frage zu stellen.“