Seit über 100 Jahren existiert das Radio als Medium, das Information und Unterhaltung sendet. Dass es auch als Propagandamedium viel Potenzial hat, das merkten schnell auch die Nationalsozialisten und entwickelten mit dem sogenannten „Volksempfänger“ ein Radioempfangsgerät, das in größerer Stückzahl produziert wurde und so zu einem günstigen Preis den Weg in die deutschen Haushalte finden konnte. Um in Zukunft dafür zu sorgen, dass sich eine solche Einflussnahme nicht wiederholt, etablierten die West-Alliierten nach Ende des 2. Weltkriegs den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland, nach dem Vorbild der BBC.

Seit einigen Jahren sieht sich nun der öffentlich-rechtliche Rundfunk immer wieder mit Anfeindungen konfrontiert, hauptsächlich von rechts. Die Vorwürfe lauten, dass der Rundfunkbeitrag zu hoch sei und auch, dass die Inhalte zu unausgeglichen, zu „links“ seien. Gleichzeitig treten immer öfter rechte Sender, vor allem im Bereich des Radios, auf den Plan. So gibt es etwa den Sender „TriggerFM“, der der AfD nahesteht, und auch der Sender Nius, der von Julian Reichelt betrieben wird, weitet sein Sendegebiet über DAB+-Frequenzen aus. Finanziert wird letzterer größtenteils durch den IT-Millionär Frank Gotthardt. Sender, die, wie beispielsweise das Freie Senderkombinat (FSK), linke Perspektiven bieten, können dabei nicht auf eine solche gesicherte Finanzierung zurückgreifen.

Dass Radio auch heute noch viele Menschen erreicht, das zeigt eine aktuelle Studie der Medienanstalten. 13 Millionen Menschen hören täglich Radio, die meisten von ihnen über DAB+, und diese Empfangsvariante wächst weiter. Mit Blick auf die kommenden Jahre und eine zu erwartende weitere Verschiebung der politischen Diskurse nach rechts, gilt es, sich auch die Stellung des Radios in diesem Bereich anzuschauen und zu fragen, wo und wie dieses Medium widerständig bleiben kann.

Veranstaltung mit

Jutta Krüger (FSK)
Alexander Drechsel (TIDE)
Sebastian Wessendorf (Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH)
Moderation: Marie Kleinert (Linksfraktion Hamburg)

Eintritt frei! Keine Anmeldung erforderlich!

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