HCU-Konflikt: Hochschulen brauchen mehr Demokratie – und mehr Geld

  • 2. Mai 2018

Studierende, Lehrende und Angestellte der Hafen City Universität (HCU) wollen die vom Hochschulrat vorgeschlagene Vertragsverlängerung der Kanzlerin mit einer Petition an die Behörde verhindern und sprechen sich zudem für einen Wechsel des Präsidenten aus. „Das macht deutlich, wie stark das Vertrauen vieler Menschen an der HCU in Kanzlerin und Präsidium beschädigt ist“, erklärt dazu Martin Dolzer, wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Diese Kritik und die Forderungen der Betroffenen muss Senatorin Fegebank ernst nehmen, sie muss ergebnisoffen vermitteln.“

Zudem belege der Konflikt, dass der Hochschulrat kein geeignetes Gremium ist, um Hochschulen zu steuern, so Dolzer: „Hochschulräte gehören abgeschafft, sie hebeln die Demokratie aus und treffen in vielen Fällen Entscheidungen jenseits der Realität und Bedarfe der Hochschulen und deren Mitglieder. Dass etwa Präsidium und Hochschulrat die Kanzler_innen im Alleingang benennen können und die Behörde sie dann automatisch beruft, ist schlicht undemokratisch. Um derartige Konflikte in Zukunft zu vermeiden, ist aber auch eine Ausfinanzierung der Hamburger Hochschulen nötig. Denn der aktuelle Streit belegt auch, welche negativen Konsequenzen der Sparkurs der Wissenschaftsbehörde hat.“

Zum Hintergrund
Studierende, Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen und Professor_innen der HCU kritisieren in einer Petition, dass Präsident und Kanzlerin „einen harten Sparkurs, Intransparenz, insbesondere im Hinblick auf Finanzen, sowie einen repressiven und restriktiven Umgang mit anderen Hochschulmitgliedern“ durchsetzen. Bei kritischen Angestellten würden zum Teil Verträge nicht verlängert, andere würden vom Präsidium verklagt. Dieses Verhalten habe bei Mitgliedern der Hochschule zu einem „Klima der Angst an der Universität“ geführt. Weder sei derzeit ein konstruktives Miteinander möglich, noch bestehe eine Vertrauensbasis zwischen dem Präsidium und der Mehrheit der Hochschulmitglieder.