Kohleheizkraftwerk im Sommer drosseln: Sauberer und günstiger

  • 31. Januar 2020

Das Öko-Institut kommt in seinem heute vorgestellten Gutachten zu dem Schluss, dass der Betrieb des Kohleheizkraftwerks Wedel im Sommer problemlos zumindest reduziert werden kann, um die CO₂-Emissionen Hamburgs zu reduzieren. „Wie wir es vorhergesagt haben: Niemand muss frieren oder kalt duschen, wenn das uralte Kohlekraftwerk im Sommer nicht auf Hochtouren läuft“, kommentiert Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Dass der Senat ein extrem klimaschädliches Heizkraftwerk im Sommer laufen lässt, nur um mit dem nebenbei erzeugten Strom die Stadtkasse zu füllen, ist definitiv nicht mit Versorgungssicherheit zu entschuldigen.“

Im Gegensatz zum Antrag (Drs. 21/18777) der Fraktion vom Oktober, Wedel im Sommer komplett abzuschalten, empfiehlt das Öko-Institut einen reduzierten Betrieb. „Selbst die Reduzierung der Kohleverstromung und der resultierende Gewinn für das Klima wären schon erheblich – aber sogar diesem Schritt haben sich SPD und Grüne in der Debatte mit fadenscheinigen Argumenten verweigert“, so Jersch. „Für uns überraschend ist an dem Gutachten, dass bei einem reduzierten Betrieb sogar die Umlagen für die Stromkund_innen sinken. Das belegt erneut: Mit ein wenig Wille können Energiewende und Klimaschutz sozial gerecht gestaltet werden. Rot-Grün muss sich dazu jetzt endlich verhalten, ganz unabhängig vom Wahltermin.“