Film und Diskussion:
“Deportation Class” zeigt Abgründe deutscher Asylpolitik

Was die Abschiebepraxis deutscher Behörden für Geflüchtete bedeutet, zeigt die Doku “Deportation Class” am Beispiel zweier albanischer Familien in erschreckenden Bildern. Am Donnerstagabend wird der Film im Lichtmess-Kino gezeigt – danach lädt DIE LINKE zur Diskussion!

Sie kommen in der Nacht, sie reißen Familien aus dem Schlaf und setzen sie in ein Flugzeug: So genannte Rückführungskommandos von Polizei und Ausländerbehörden haben im vergangenen Jahr 25.000 Asylbewerber_innen aus Deutschland abgeschoben. Im Wahlkampf forderte die Bundeskanzlerin dann eine „nationale Kraftanstrengung“, um noch härter durchzugreifen. Doch was bedeutet eine Abschiebung eigentlich? Und was macht sie mit den Männern, Frauen und Kindern, die abgeschoben werden? Der preisgekrönte Dokumentarfilm “Deportation Class” zeichnet ein umfassendes Bild dieser staatlichen Zwangsmaßnahmen: Von der Planung einer Sammelabschiebung über den nächtlichen Großeinsatz in den Unterkünften der Asylbewerber bis zu ihrer Ankunft im Heimatland und der Frage, was die Menschen dort erwartet.

 

Erstmals hatten die Regisseure Carsten Rau und Hauke Wendler, die zu diesem Thema bereits den mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Wadim“ realisierten, die Möglichkeit, eine Sammelabschiebung zu filmen. Dabei wurden 200 Asylbewerber_innen nach Albanien ausgeflogen: Bewegende, teils schockierende Bilder, die in Deutschland so noch nicht zu sehen waren.
Der Film zeichnet aber nicht nur ein präzises, nüchternes Bild dieser nächtlichen Abschiebungen. Er gibt auch denjenigen ein Gesicht, eine Stimme und damit ihre Würde zurück, die in den Fernsehnachrichten nicht zu Wort kommen: Menschen wie Gezim, der in Deutschland auf eine bessere Zukunft für seine Kinder hoffte und ohnmächtig zusehen muss, wie sein Traum zerplatzt. Oder die Familie von Elidor und Angjela, die vor der Blutrache flüchten musste und nach der Abschiebung in Albanien ins Bodenlose stürzt.

„DEPORTATION CLASS ist zweifellos so etwas wie das filmische Standardwerk zum Thema Asyl in Deutschland. In seinem direkten, reportagehaften Gestus ein klares Statement gegen den dahinter liegenden bürokratischen Wahn.“ (Johannes Bluth, Spiegel Online)

Wann? 28. September, 20 Uhr

Wo? Lichtmess-Kino, Gaußstraße 25

 

Weitere Infos zum Film: http://www.deportation-class-film.de

Fotos: PIER 53 Filmproduktion