Kinderarmut: DIE LINKE lädt zur Öffentlichen Anhörung

Kinder- und Jugendarmut ist ein bundesweites Problem: Mindestens 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind davon betroffen. Auch in Hamburg leben tausende junge Menschen in Armut, dies betrifft vor allem alleinerziehende Elternteile, aber auch kinderreiche Familien und Familien, die SGB II beziehen.

Bisher wird jedoch viel zu selten öffentlich über diesen gravierenden Misstand diskutiert – und das, obwohl die Haltung der Bevölkerungdurchaus hoffen lässt, dass Kinderarmut bekämpft werden könnte: Laut einer Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks meinen 72 Prozent der Deutschen, dass die staatlichen und gesellschaftlichen Verantwortungsträger zu wenig gegen Kinderarmut unternehmen. Zugleich wären 66 Prozent der Bundesbürger_innen bereit, mehr Steuern zu bezahlen – wenn das Problem der Kinderarmut auf diese Weise wirksam bekämpft würde.

Die Vertragsstaaten erkennen das Recht jedes Kindes auf einen seiner körperlichen, geistigen, seelischen, sittlichen und sozialen Entwicklung angemessenen Lebensstandard an“, heißt es in Artikel 27 der der UN-Kinderrechtskonvention – das zeigt, dass der Kampf gegen Kinderarmut nicht nur aus moralischer Sicht geboten ist: Wir sind rechtlich dazu verpflichtet.

Im Rahmen einer Öffentlichen Anhörung im Rathaus wollen wir nun Betroffenen, sozialen Einrichtungen und gegen Armut kämpfenden Initiativen der Stadt Gehör verschaffen und sie miteinander vernetzen. Was das bringt? Ganz einfach: Um wirksame Maßnahmen gegen die wachsende Kinderarmut in Hamburg zu entwickeln, müssen wir erst einmal die soziale Wirklichkeit der in Armut lebenden Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien begreifen und von ihren Erfahrungen zu lernen. Und bei der Anhörung soll es nicht bleiben: Das Wortprotokoll mit den Erfahrungsberichten werden wir im Anschluss allen Anwesenden, sowie der in Hamburg tagenden Enquete-Kommission zur Verfügung stellen. Aus der Analyse der zusammengetragenen Informationen wollen wir schließlich neue politische Initiativen entwickeln.

Es moderieren unsere Abgeordneten Sabine Boeddinghaus und Mehmet Yildiz