Unterentwickelt! Hamburgs Schulen brauchen einen neuen Schulentwicklungsplan

Die Zahl der Schüler_innen in Hamburg wächst von Jahr zu Jahr. Allein seit dem letzten Schulentwicklungsplan (SEPL) aus dem Jahr 2012 sind mehr als 16.700 Schüler_innen neu hinzugekommen – Prognose: weiter steigend. Angesichts dieser Zahlen und der zunehmenden Bildungsungerechtigkeit beantragt die Fraktion DIE LINKE in der kommenden Bürgerschaftssitzung, die Ausarbeitung eines neuen Schulentwicklungsplans. “Der bestehende Schulentwicklungsplan ist sechs Jahre alt und hat mit der Realität an Hamburgs Schulen nicht mehr viel zu tun”, sagt Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Linksfraktion. So fänden die inzwischen getroffenen Vereinbarungen mit den Volksinitiativen zum “Guten Ganztag” und zur “Guten Inklusion” keine planerische Entsprechung. “Wir brauchen einen neuen Schulentwicklungsplan. Sonst bleibt die Bildung weiterhin Flickenteppich und Stückwerk!”

Raumnot, Personalmangel bei Lehrkräften, beim pädagogisch-therapeutischem Fachpersonal, bei Erzieher_innen im Ganztag und nicht zuletzt bei der schulischen Inklusion bestimmten den Alltag an den Schulen. “Bei allen Aufgaben der heutigen Schule hinkt der Schulentwicklungsplan hinterher”, meint Boeddinghaus. “Wir brauchen endlich wieder ein ein zukunftsfestes Konzept.” Besonders die Stadtteilschulen, die den Löwenanteil der Inklusionsarbeit leisten, würden im Schulentwicklungsplan bislang zu wenig berücksichtigt. Aber auch die Grundschulen und Gymnasien hätten einen Anspruch auf gute Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Unterrichtsentwicklung. „Die immer höheren Anforderungen und die steigenden Schüler_innenzahlen stellen die Schulen vor Herausforderungen, zu deren Lösung der Senat bislang wenig bis nichts beiträgt. Er verwaltet den existierenden Mangel“, meint Boeddinghaus.

Ein weiteres Manko des aktuellen Schulentwicklungsplans: Er lässt das schulische Umfeld außer Acht. „Wir fordern daher mit unserem Antrag einen Schulentwicklungsplan, der nicht nur regional differenziert ist, sondern der das sozialräumliche Umfeld einer jeden Schule berücksichtigt“, sagt Boeddinghaus.