Hamburg nur sozial! Aktiv werden gegen Kinderarmut!

Hamburg ist eine reiche Stadt. Und dennoch ist hier jedes vierte Kind von Armut bedroht, in Steilshoop und Harburg sogar jedes zweite. Auch bei den 18- bis 25-Jährigen liegt die so genannte Armutsgefährdungsquote bei 32 Prozent. Kinderarmut betrifft also nicht nur eine kleine Gruppe, sondern sehr viele Menschen in Hamburg.

Kinderarmut heißt immer auch Familienarmut, sie ist immer mit der Einkommensarmut der Eltern verknüpft. Je größer die Familien sind, desto größer das Risiko, von Armut betroffen zu sein. Besonders betroffen sind Familien von Alleinerziehenden oder mit Migrationshintergrund. Und: Im teuren Hamburg ist man schneller abgehängt ist als in vielen anderen Städten und Regionen. Arm sein hat Folgen: von Verdrängung aus aufgewerteten Stadtteilen bis zu Ausgrenzung, weil das Geld für einen Kinobesuch oder die Fahrkarte nicht reicht.

Armut ist kein individuelles Problem. Sie hat gesellschaftliche Ursachen. Immer mehr Menschen sind arm trotz Arbeit. Sie arbeiten unfreiwillig in Teilzeit, Leiharbeit und Niedriglohnjobs. Die Arbeitswelt passt immer weniger mit einem Familienalltag zusammen. Und die vorhandenen Sicherungssysteme schützen Kinder und ihre Familien nicht vor Armut. Beziehen Eltern SGB-Leistungen, wird ihnen sogar das Kindergeld wieder abgezogen.

DIE LINKE setzt sich auf Bundesebene für eine Kindergrundsicherung ein – sanktionsfrei und nicht abziehbar vom Elternregelsatz. Aber auch auf Landesebene kann einiges getan werden, um Teilhabe zu ermöglichen. DIE LINKE fordert neben der kostenlosen Nutzung des ÖPNV für Kinder, Auszubildende und Studierende, die Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) für außerschulische Aktivitäten aufzustocken. Es braucht kostenlose Angebote zu Gesundheit, Erziehung und Bildung in den Stadtteilen.

Reichen monetäre Leistungen, um allen Kindern und Jugendlichen soziale Teilhabe zu ermöglichen? Und wenn ja, wie müssten diese ausgestaltet sein? Und was genau heißt eigentlich Kindergrundsicherung? Was kann Hamburg tun, um der sozialen Spaltung entgegenzuwirken? Darüber diskutieren die Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Sabine Boeddinghaus und Cansu Özdemir, mit Ulrich Schneider (Bündnis Kindergrundsicherung, Der Paritätische) und weiteren Expert_innen. Kommen Sie dazu, bringen Sie sich ein!

Die Veranstaltung ist barrierefrei erreichbar.