Yalda-Fest: 500 Menschen feiern die längste Nacht des Jahres

Im Dezember hatte die Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE zum zwölften Mal zum „Yalda“-Fest geladen. Das Interesse am Yalda-Fest der LINKEN war auch in diesem Jahr groß. Etwa 500 Menschen kamen im Festsaal der Louise-Schröder-Schule zusammen. Das Motto war diesmal: „Seebrücke nach Hamburg – gleiche Rechte für Alle!“

Dieses Motto haben wir uns natürlich nicht rein zufällig ausgesucht. Mit dem Titel wollten wir ein klares Zeichen setzen – diesmal gegen die menschenverachtende Politik der Europäischen Union. Es sterben nach wie vor unzählige Menschen auf den Mittelmeer, weil die EU lieber auf Mauern anstatt auf Mithilfe und Menschlichkeit setzt. Wir leben in einer Zeit, in der eine Feier wie das »Yalda-Fest« ein kleiner Lichtblick ist: Es steht für Frieden, für die Völkerverständigung, für Solidarität statt Abgrenzung, für Humanität anstelle von Frontex.

So betonten die verschiedenen Redner_innen, wie wichtig eine grenzenlose Solidarität ist, vor Allem in Zeiten, wo Seenotretter_innen diskreditiert werden. Die Seebrücke Hamburg war auch vertreten und appellierte an den Kampfgeist und an die Menschlichkeit. Nicht umsonst kamen etwa 17.000 Menschen zur Demo am 2.September 2018 für einen sicheren Hafen Hamburg!

„Die Europäische Union kann die Situation der Geflüchteten verbessern, der politische Wille ist schlicht nicht vorhanden. Denn dafür müssten Sie selber die Kriegs und Fluchtursachen bekämpfen, genau dies wollen sie aber nicht. Kein Mensch begibt sich freiwillig auf die Flucht und verlässt seine Heimat und Familie.“ so Mehmet Yildiz von der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Christiane Schneider, innenpolitische Sprecherin der Fraktion, kritisierte SPD und Grüne in Hamburg: „Leider hat der rot-grüne Senat keine Taten folgen lassen, Hamburg ist mitnichten ein sicherer Hafen für Geflüchtete, obwohl in der Vergangenheit schon mehrere Situationen da waren, um Rettungsschiffen einen sicheren Hafen zu gewähren, als Malta oder Italien sich weigerten.“

Fabio de Masi, Abgeordneter der LINKEN Bundestagsfraktion knüpfte an und ergänzte: „Dennoch müssen wir als aktive Zivilgesellschaft auf die Straßen gehen und für eine menschenwürdige Politik eintreten. Die ‚Gelbwesten‘-Proteste haben gezeigt, dass man durch Aktionen und Demonstrationen etwas verändern kann. Wir müssen den Druck auf die Politik weiter erhöhen!“

Nach einer Rede von Karin Haas, die zusammen mit der LAG Migration das Fest seit 12 Jahren unterstützt, begann schließlich das Festprogramm, das nicht nur im Zeichen der Politik stehen sollte: Fünf verschiedene Bands aus allen Teilen der Welt untermalten die ausgelassene und familiäre Feierstimmung im Saal und ließen mit ihren Performances den Saal erzittern.

Es wurde gelacht, getanzt, diskutiert, kurzum: Das Yalda-Fest war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Wir denken gerne daran zurück und möchten an dieser Stelle vor allem DANKE sagen.

Bedanken möchten wir uns auch bei den zahlreichen freiwilligen Helfer_innen, die sich um Auf- und Abbau, sowie um die Verpflegung während der Feier gekümmert haben.  Wie jedes Jahr wurden auch wieder zahlreiche Spenden gesammelt, die unter Anderen an die Seenotrettung gespendet werden sollen.

Auch über die erneut hervorragende Kinderbetreuung durch die „Falkenflitzer“ haben wir uns sehr gefreut, genauso wie über die musikalischen Einlagen der Musiker_innen von Hamrah, die Opatan-Gruppe, Group Cemre, Vasilis Pegidis und Cuico.

Und schließlich möchten wir uns bei Ihnen, unseren Unterstützer_innen und Gästen bedanken – dafür, dass Sie zusammen mit uns ein so starkes Signal für Solidarität und Hamburg als sicheren Hafen eingestanden sind. Die unmenschliche Politik der Europäischen Union muss aufhören, wir brauchen eine gesellschaftliche Solidarität unabhängig von Kultur, Religion und Herkunft.

In diesem Sinne: Auf ein schönes neues und kämpferisches Jahr! Wir wollen auch im Jahre 2019 für eine gemeinsame und schöne Welt einstehen, in der Grenzen und das Einkommen keine Rolle spielen.

Im nächsten Jahr, am 14.12.2019, können wir Sie hoffentlich erneut alle zum Yalda – Fest begrüßen um erneut politisch und doch ausgelassen die längste Nacht des Jahres zu feiern.