Zwangsräumungen durch die SAGA sind ein Skandal!

1.223 Hamburger Haushalte wurden im Jahr 2017 zwangsgeräumt, davon gingen mehr als 320 Räumungen auf das Konto des städtischen Wohnungsunternehmens SAGA GWG. Insgesamt gab es 3.171 Räumungsklagen, wie eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft ergeben hat (Drs. 21/12004).
„Zwangsräumungen durch die SAGA sind ein Skandal! Hier kann und muss die Stadt handeln. Sie darf nicht zulassen, dass Wohnungen geräumt werden, ohne dass Ersatzwohnraum für die Betroffenen zur Verfügung steht. Es darf keine Zwangsräumungen in die Obdachlosigkeit geben!“, erklärt Cansu Özdemir, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Viele Menschen, die ihre Wohnungen verloren haben, leben seit Jahren in Notunterkünften. Je länger sie dort leben, desto schwieriger wird die Reintegration in gesicherte Wohnverhältnisse. „Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Wohnungsnot und der steigenden Obdachlosenzahlen muss der Senat Maßnahmen ergreifen, die Zwangsräumungen verhindern und somit auch der Obdachlosigkeit vorbeugen“, so Özdemir weiter.

Die Anzahl der Wohnungen, die durch die Arbeit der bezirklichen Fachstellen für Wohnungsnotfälle gesichert werden konnten, liegt mit mehr als 5.400 Wohnungen zwar auf einem hohen Niveau, doch im Jahr 2015 waren es noch mehr als 6.200 Wohnungen. In den meisten Fällen wurde der Wohnraum durch die Eigeninitiative der Betroffenen gesichert (siehe Drs. 21/8389). Zugleich ist die Anzahl der Beratungen in den Fachstellen von rund 13.000 auf annähernd 14.000 gestiegen.