Gedenkorte sind nötiger als je zuvor: Dokumentationszentrum Hannoverscher Bahnhof endlich umsetzen!
Wegen des langen Stillstands bei der Umsetzung des Dokumentationszentrum Hannoverscher Bahnhof haben 44 Personen, die sich seit Jahrzehnten für diesen wichtigen Gedenk- und Lernort einsetzen, einen Appell an den Hamburger Senat und den Investor Harm Müller-Spreer gerichtet. Ursprünglich war die Eröffnung für 2013 und zuletzt für 2026 angekündigt. Doch bis heute wurde noch nicht einmal mit dem Bau begonnen. Wie eine Anfrage der Linksfraktion Ende vergangenen Jahres öffentlich machte, wurden die Planungsarbeiten ausgesetzt, weil der Investor Spendenquittungen für seine bisherigen Ausgaben von der Stadt haben möchte – der Senat diese aber erst mit Abschluss des Projekts auszustellen gedenkt.
Dazu Marco Hosemann, Sprecher für Erinnerungskultur der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Es war ein großer Fehler des Senats, den Bau des Dokumentationszentrum Hannoverscher Bahnhof zu privatisieren. Die gesellschaftlich so wichtige Aufgabe der Erinnerung an die NS-Verbrechen gehört in die öffentliche Hand und nicht in die von windigen Investoren wie Harm Müller-Spreer. In Zeiten, in denen es immer weniger Zeitzeug*innen gibt und sich die Geschichte mit dem Erstarken von rechtsextremen Kräften wie der AfD zu wiederholen droht, brauchen wir Gedenk- und Lernorte wie das Dokumentationszentrum am Hannoverschen Bahnhof. Das Projekt duldet keinen Aufschub mehr und muss endlich umgesetzt werden! Deshalb unterstützen wir den Appell, danken den Initiator*innen und Erstunterzeichner*innen und rufen alle auf, sich dem Appell ebenfalls anzuschließen!“
