Gefängnistüren aus Santa Fu: Justizsenator stoppt Verkauf – Protest zeigt Wirkung

  • 7. Dezember 2008

Der Protest der Linksfraktion gegen den Verkauf von Gefängnistüren aus dem ehemaligen Zuchthaus Fuhlsbüttel durch die Justizbehörde war erfolgreich.

Nachdem DIE LINKE den historischen Kontext des Verkaufs der Gefängnistüren mit einer Kleinen Anfrage öffentlich thematisiert hatte, hat Justizsenator Till Steffen (GAL) den Verkauf der Gefängnistüren, den die Justizbehörde und das Internetportal www.santa-fu.de verantworten, gestoppt.

Christiane Schneider, innenpolitische Sprecherin, erklärt dazu: „DIE LINKE begrüßt die Entscheidung des Justizsenators, den von seiner Behörde zu verantwortenden Verkauf von Gefängnistüren aus dem ehemaligen Zuchthaus Fuhlsbüttel zu unterbinden. Die Strafanstalten Fuhlsbüttel waren Teil des nationalsozialistischen Verfolgungsapparates, mehr als einhundert Gefangene und „Sicherungsverwahrte“ des Zuchthauses wurden ab 1942 in Konzentrationslager zur „Vernichtung durch Arbeit“ überstellt.

Wir fordern den Justizsenator auf, sich bei den Überlebenden der Nazi-Diktatur für diese geschichtslose und unerträgliche „Weihnachtsaktion“ zu entschuldigen. Das „Private-Public-Partnership“ der Justizbehörde mit den drei Werbeagenturen „Schewestudio“, „something“ und „Markenwerke“, die unter der Adresse www.santa-fu.de firmieren, muss sofort beendet werden.

Der Vorfall zeigt, dass die Aufarbeitung der NS-Justizgeschichte nach wie vor eine dringende Aufgabe in Hamburg ist, die gemeinsam mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und anderen Institutionen vorangetrieben werden muss.“

Rückfragen:
Bela Rogalla, Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Christiane Schneider, MdHB, innenpolitische Sprecherin
Tel.: 0170 288 65 07; Email: oryn.ebtnyyn@yvaxfsenxgvba-unzohet.qr