Hausärztliche und Kinderärztliche Versorgung in den Bezirken

Reiche Stadtteile,

arme Stadtteile, …

… wohnen im Zentrum oder am Stadtrand von Hamburg – bei der ärztlichen Versorgung macht das einen Unter­schied. Und der muss weg!

Aus unseren Anfragen als Linksfraktion wissen wir: Die Anzahl der Hausärzt*innen in Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Heute gibt es 22 Hausärzt*innen weniger als noch 2021. Im gleichen Zeitraum wuchs Hamburgs Bevölkerung jedoch um etwa 40.000 Menschen. Aber auch die Anzahl der Kinder- und Frauenärzt*innen und der Psychotherapeut*innen hat in den vergangenen Jahren abgenommen.

Und trotzdem gilt Hamburg auf dem Papier als ärztlich überversorgt! Denn unsere ganze große Stadt gilt als ein Planungsgebiet. Doch wer genauer hinschaut, stellt schnell fest, dass sich die Arztpraxen sehr unterschiedlich über das Stadtgebiet verteilen.

So sind es meist die ärmeren Stadtteile wie Lurup, Steilshoop und Jenfeld, die unterversorgt sind. Und das sind ausgerechnet die Stadtteile mit einer höheren Krankheitsdichte. Entsprechend sind reichere Stadtteile wie Blankenese oder Rotherbaum häufig überversorgt. Mehr noch: Es gibt auch einen krassen Unterschied in der ärztlichen Versorgung zwischen Stadtteilen in zentraler Lage, wie beispielsweise der Neustadt, Altona-Altstadt oder Harburg und denen, die am Rand der Stadt liegen, etwa Neugraben-Fischbek und Finkenwerder.

Als Linksfraktion fordern wir mehr Ärzt*innen – und zwar dort, wo sie fehlen und gebraucht werden.

Als erste Hamburger Fraktion haben wir die Einrichtung von Stadtteilgesundheitszentren vorgeschlagen. Heute fördert der Senat zwar fünf solcher Zentren, allerdings nach aktuellem Stand nur temporär und stark unterfinanziert. Auch hat sich dadurch die Versorgung der betroffenen Stadtteile nicht verbessert, denn es ist hierbei kein zusätzlicher Kassensitz geschaffen worden.

Wir setzen uns deshalb für die Einrichtung von kommunalen Gesundheitszentren ein: mit Haus- und Kinderärzt*innen, mit psychologischer und mit Sozialberatung.

Für uns ist Gesundheit mehr als Medizin und der individuelle Lebensstil. Denn geringes Einkommen, beengte Wohnverhältnisse, Stress und Rassismus beeinflussen unsere Gesundheit und bestimmen, wie alt wir werden. Wofür DIE LINKE steht: Gesundheit darf nicht vom Einkommen abhängen.

 

Hausärzt*innen in Altona

Aerzteversorgung-Artikel10 Auch in Altona hat sich die hausärztliche
Versorgung insgesamt verschlechtert. Gab es 2021 noch 188 Hausärzt*innen, sind es heute nur noch 176. Und die sind dann auch noch über den Bezirk sehr ungleich verteilt. Während es in Blankenese einen Hausarzt oder eine Hausärztin für 695 Einwohner*innen gibt, kommen in Bahrenfeld 2982 und in Altona-Nord sogar 4432 Einwohner*innen auf einen Arzt oder eine Ärztin.

 

 

Kinderärzt*innen in Altona

 

Aerzteversorgung-Artikel11-640x360 Bei den Kinderärzt*innen sieht das ganz ähnlich aus.
Groß Flottbeck und Blankenese sind sehr gut kinderärztlich versorgt. Dafür fehlt es in Lurup, Iserbrook und Rissen an allen Ecken. Und die Sternschanze, Altona-Nord, Bahrenfeld, Nienstedten und Sülldorf haben überhaupt keine Praxis.

Hausärzt*innen in Bergedorf

Aerzteversorgung-Artikel-640x360 Auch in Bergedorf ist die hausärztliche Versorgung über den Bezirk sehr ungleich verteilt.
Während es in Curslack einen Hausarzt oder eine Hausärztin für 974 Einwohner*innen gibt, kommen in Neuallermöhe 2921 und in Lohbrügge sogar 3167 Einwohner*innen auf einen Arzt oder eine Ärztin.

 

Kinderärzt*innen in Bergedorf

Aerzteversorgung-Artikel2-640x360 Bei den Kinderärzt*innen sieht das ganz ähnlich aus. Bergedorf und Curslack sind sehr gut kinderärztlich versorgt. Dafür fehlt es in Neuallermöhe und Lohbrügge an allen Ecken. Und Kirchwerder hat überhaupt keine Praxis.

 

Hausärzt*innen in Eimsbüttel

Aerzteversorgung-Artikel4-640x360 Auch in Eimsbüttel hat sich die hausärztliche Versorgung insgesamt verschlechtert. Gab es 2021 noch 148 Hausärzt*innen, sind es heute nur noch 139. Und die sind dann auch noch über den Bezirk sehr ungleich verteilt. Während es in Rotherbaum einen Hausarzt oder eine Hausärztin für 1132 Einwohner*innen gibt, kommen in Eidelstedt 3281 und in Hoheluft-West sogar 4532 Einwohner*innen auf einen Arzt oder eine Ärztin.

 

Kinderärzt*innen in Eimsbüttel

Aerzteversorgung-Artikel5-640x360 Bei den Kinderärzt*innen sieht das ganz ähnlich aus.
Eimsbüttel und Harvestehude sind sehr gut kinderärztlich versorgt. Dafür fehlt es in Lokstedt, Schnelsen, Eidelstedt und Stellingen an allen Ecken. Und Hoheluft-West hat überhaupt keine Praxis.

 

Hausärzt*innen in Harburg

Aerzteversorgung-Artikel14-640x360 Auch in Harburg ist die hausärztliche Versorgung über den Bezirk sehr ungleich verteilt. Während es in Harburg einen Hausarzt oder eine Hausärztin für 1025 Einwohner*innen gibt, kommen in Neuenfelde 5245 und in Hausbruch sogar 5622 Einwohner*innen auf einen Arzt oder eine Ärztin.

Kinderärzt*innen in Harburg

Aerzteversorgung-Artikel15-640x360 Bei den Kinderärzt*innen sieht das ganz ähnlich aus.
Harburg ist sehr gut kinderärztlich versorgt. Dafür fehlt es in Neugraben-Fischbek an allen Ecken. Und sechs von zehn Stadtteilen haben im Bezirk überhaupt keine Praxis. Darunter sind beispielsweise Heimfeld und Neuenfelde.

 

Hausärzt*innen in Hamburg-Mitte

Aerzteversorgung-Artikel8-640x360 Auch in Hamburg-Mitte ist die hausärztliche Versorgung über den Bezirk ungleich verteilt. Während es in der Neustadt einen Hausarzt oder eine Hausärztin für 722 Einwohner*innen gibt, kommen in Borgfelde 4284 und in Hamm sogar 7744 Einwohner*innen auf einen Arzt oder eine Ärztin. Auf Finkenwerder gab es vor zwei Jahren noch fünf Hausärzt*innen – heute sind es nur noch zwei. Damit ist nun auch Finkenwerder hausärztlich unterversorgt.

Kinderärzt*innen in Hamburg-Mitte

Aerzteversorgung-Artikel9-640x360 Bei den Kinderärzt*innen sieht das ganz ähnlich aus.
Die Neustadt und St. Pauli sind sehr gut kinderärztlich versorgt. Dafür fehlt es in Billstedt, Wilhelmsburg und Hamm an allen Ecken. Und die Veddel, Finkenwerder, Borgfelde und die HafenCity haben überhaupt keine Praxis.

 

Hausärzt*innen in Hamburg-Nord

Aerzteversorgung-Artikel6-640x360 Auch in Hamburg-Nord ist die hausärztliche Versorgung über den Bezirk sehr ungleich verteilt. Während in Hoheluft-Ost es einen Hausarzt oder eine Hausärztin für 281 Einwohner*innen gibt, kommen auf dem Dulsberg 3266 und in Groß Borstel sogar 5406 Einwohner*innen auf einen Arzt oder eine Ärztin.

Kinderärzt*innen in Hamburg-Nord

Aerzteversorgung-Artikel7-640x360 Bei den Kinderärzt*innen sieht das ganz ähnlich aus. Hoheluft-Ost und Eppendorf sind sehr gut kinderärztlich versorgt. Dafür fehlt es in Fuhlsbüttel an allen Ecken. Und Groß Borstel, Hohenfelde, Dulsberg und Ohlsdorf haben überhaupt keine Praxis.

 

Hausärzt*innen in Wandsbek

Aerzteversorgung-Artikel12-640x360 Auch in Wandsbek ist die hausärztliche Versorgung über den Bezirk sehr ungleich verteilt. Während es in Marienthal einen Hausarzt oder eine Hausärztin für 878 Einwohner*innen gibt, kommen in Steilshoop 2458 und in Farmsen-Berne sogar 5317 Einwohner*innen auf einen Arzt oder eine Ärztin.

Kinderärzt*innen in Wandsbek

Aerzteversorgung-Artikel13-640x360 Bei den Kinderärzt*innen sieht das ganz ähnlich aus. Poppenbüttel ist sehr gut kinderärztlich versorgt. Dafür fehlt es in Bramfeld und Sasel an allen Ecken. Und Marienthal, Tonndorf, Duvenstedt und Wohldorf-Ohlstedt haben überhaupt keine Praxis.