Neue Werbedeals: SPD und Grüne planen Ausverkauf der Stadt zu Lasten von Mensch und Natur
Ende 2026 laufen die Verträge mit den Konzernen Ströer und JCDecaux zur Aufstellung von Werbeanlagen auf öffentlichem Grund aus – für die Neuvergabe hat der Senat bereits ein Interessenbekundungsverfahren gestartet. Die Fraktionen von SPD und Grünen in der Bürgerschaft haben jetzt außerdem einen gemeinsamen Antrag vorgestellt, der die Außenwerbung angeblich ökologischer und stadtverträglicher machen soll. Wie aus einer Anfrage der Linksfraktion in diesem Jahr hervorging, kann die Neuvergabe aber zu einem Abriss von 2.218 intakten Fahrgastunterständen an Bushaltestellen führen.
Marco Hosemann, Sprecher für Stadtentwicklung der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Digitale Außenwerbung ist schlecht für die Umwelt, das Klima, die Verkehrssicherheit und das Stadtbild. Daran ändern auch ein paar begrünte Dächer von Bushaltestellen und der Betrieb mit Ökostrom nichts. Wenn es wie in Münster, Dresden und Leipzig nach einem Betreiberwechsel zum Rückbau tausender intakter Wartehäuschen und Werbebildschirme kommt, ist das ökologischer Wahnsinn. Zudem sehen wir es kritisch, wie SPD und Grüne den öffentlichen Raum ausverkaufen, sich weiter in die Abhängigkeit von Werbekonzernen begeben und keine Rücksicht auf die gesundheitlichen Auswirkungen der allgegenwärtigen Werbung nehmen wollen. Bevor die Werbeverträge neu vergeben werden, müssen die negativen Folgen gründlich geprüft und sorgfältig mit allen anderen öffentlichen Interessen abgewogen werden.“
