Treffpunkt: 18:00 Rathausdiele

Der Baakenhafen ist ein Ort, an dem sich Gewaltgeschichten verflechten. Er war bedeutender Umschlag- und Logistikort des deutschen Kolonialismus, von wo aus die sogenannten Schutztruppen mit  Pferden und Waffen für den Genozid an den OvaHerero und Nama verschifft wurden. In der NS-Zeit wurden im Schuppen 25 am Baakenhafen vom Logistikunternehmen Kühne + Nagel Wohnungseinrichtungen von geflohenen und deportierten Jüdinnen und Juden aus den von den Deutschen besetzen Gebieten zwischengelagert, bevor sie in Hamburg öffentlich versteigert wurden. In unmittelbarer Nähe liegt auch der Hannoversche Bahnhof – von hier wurden während der NS-Zeit mehr als 8.000 jüdische Menschen, Sinti*zze und Rom*nja in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Die Veranstaltung nimmt diese historischen Spuren vor Ort zum Ausgangspunkt und verbindet sie mit aktuellen Debatten über Erinnerungskultur und Stadtentwicklung in der HafenCity. Bereits letztes Jahr hat sich ein zivilgesellschaftlicher Protest gegen den geplanten Bau einer neuen Oper am Baakenhafen formiert. Die Veranstaltung folgt diesen kritischen Stimmen und fordert einen würdigen Umgang mit Geschichte in der Stadtentwicklung.

Was heißt es konkret, aus der Geschichte für die Zukunft zu lernen?

Die Veranstaltung beginnt in der Rathausdiele mit einer Führung von Jan Kawlath (Historiker) durch die von ihm kuratierte Ausstellung “Baakenhafen im deutschen Kolonialismus“.  Im Kaisersaal folgt ein Vortrag von Lukas Betzler (Onlinemagazin Untiefen) über die nationalsozialistische Geschichte des Hafens.  Hannimari Jokinen (Künstlerin) führt in die Geschichte der Familie Maass ein. In einer Videobotschaft erinnert Barbara Maass an das Schicksal ihrer Großeltern Käthe und Adolf Maass. Darauf folgt eine Podiumsdiskussion mit Hannimari Jokinen und Diminga Lorenzen (Community Organizerin und Co-Geschäftsfüherin des Dachverbands Hamburg Dekolonial) über die Frage, wie Gedenken an die Kolonial- und NS-Verbrechen am Hafen angemessen gestaltet werden kann. Moderiert wird die Veranstaltung von Marco Hosemann (Sprecher für Erinnerungskultur der Linksfraktion Hamburg).

 

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