Aktuelle Stunde: Deutsche Gebärdensprache als Minderheitensprache anerkennen!
Gestern war internationaler Tag der Gebärdensprachen. In der heutigen
Bürgerschaftssitzung hat die Linksfraktion das Thema für die Aktuelle Stunde angemeldet.
Mehr als 100 Jahre wurde Gebärdensprache in Deutschland unterdrückt: In Schulen war sie
verboten, gehörlosen Schüler*innen wurden die Lautsprache aufgezwungen. Dadurch
wurde ihre sprachliche Entwicklung blockiert und damit auch der Zugang zu Bildung, Kultur
und Arbeit. Erst 2002 wurde Deutsche Gebärdensprache (DGS) als Sprache offiziell
anerkannt. Die Linke fordert jetzt, einen Schritt weiterzugehen: DGS soll als
Minderheitensprache anerkannt werden.
Dazu Thomas Meyer, inklusionspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der
Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Deutsche Gebärdensprache ist ein wichtiger und ganz zentraler Teil der Identität und Kultur der Gehörlosen-Community. Sie hat ihre eigene Poesie, ihr eigenes Theater und auch ihre eigenen Witze. Es ist unsere Aufgabe die Sprache und Kultur zu fördern und für ihre Pflege zu sorgen. Mit der Förderung von Theater, von Medien und von Gebärdensprache als Schulfach, auch für hörende Kinder als Fremdsprache oder als Herkunftssprache für die hörenden Kinder von gehörlosen Eltern. Deutschland hat 1998 die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen unterzeichnet. Das kann die Grundlage sein, die Deutsche Gebärdensprache anzuerkennen, so wie Dänisch, so wie
Sorbisch, so wie Friesisch oder Romanes.“
