Anfrage der Linken zeigt: Olympia würde Wohnungsnot in Hamburg verschärfen

Der Senat erwartet 10 Millionen Besucher*innen für Olympia und hat bis heute kein belastbares Konzept, wie diese vielen Menschen in Hamburg untergebracht werden sollen und wie die bereits jetzt im Alltag oft überlastete Infrastruktur unserer Stadt sie aufnehmen kann. Eine Anfrage der Linksfraktion zeigt: Einerseits wird von über 80.000 ausreichenden Hotelbetten in Hamburg und Kiel gesprochen, andererseits soll der Privatwirtschaft der Neubau weiterer Hotels ermöglicht werden – obwohl die bereits angebotenen Hotelzimmer 2025 nur zu 75 Prozent ausgelastet waren. Gleichzeitig verweist der Senat auf private Vermietungen und temporäre Unterkünfte wie AirBnB als Lösung für Olympia – Maßnahmen also, die in Städten wie Barcelona langfristig zu starker Anspannung auf dem Wohnungsmarkt und zu Übertourismus beigetragen haben.

Dazu Marco Hosemann, Sprecher für Stadtentwicklung und Tourismus der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „In Hamburg herrscht bereits jetzt eine akute Wohnungsnot, die Bewohner*innen in immer mehr Stadtteile leiden unter Übertourismus. Olympia würde dies erheblich verschärfen. Nicht nur während der Spiele, sondern auch davor und insbesondere danach. Umso problematischer ist, dass der Senat davon ausgeht, die bestehenden mietpolitischen Instrumente seien ausreichend, um durch Olympia ausgelöste Mietsteigerungen und Verdrängungen zu verhindern. Das Wohnungsbauprogramm und die Mietpreisbremse wirken aber schon jetzt nicht, wie die immer weiter steigenden Mieten zeigen. Mit Olympischen Spielen würde der Druck auf dem Wohnungsmarkt noch stärker zunehmen – für die Spiele entstehen immer weitere Hotels, aber keine neuen Wohnungen. Und das geht völlig am Bedarf in unserer Stadt vorbei!”