Chaos zum Schulstart: Angst vor Kahlschlag und „eskalierenden Situationen“
Die Angst vor dem Kahlschlag: Zum Schulstart herrscht an Hamburgs Schulen große Unsicherheit. Kurz vor Beginn der Ferien leiteten chaotische Kürzungen bei der Schulbegleitung das Streichkonzert ein, dann wurden Kürzungen bei den Ganztagsschulen nach Rahmenkonzept (GTS) bekannt. Hinzu kommen die Erhöhung der Klassenfrequenzen und die Erhöhung der Arbeitszeit für Lehrkräfte. Und auch das Schulmittagessen wird nochmal teurer.
Dazu Sabine Ritter, schulpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Der Murks im Hamburger Schulsystem ist mittlerweile so umfassend, dass das Aufräumen schwer fallen dürfte. Dabei steht für uns fest: Es ist völlig unverantwortlich, bei den Schulen dermaßen die Axt anzulegen. Und dabei verschlechtert der Senat die Unterrichtsbedingungen besonders für all jene, die in den Ganztagsgrundschulen am Anfang ihres Lernwegs stehen oder die ganz grundsätzlich auf Unterstützung angewiesen sind – bei Schulbegleitungen spricht der Senat von ‚nachrangigen Leistungen‘. Wie meine letzte Anfrage zu den Schulbegleitungen zeigt, hat der Senat bei einem so elementaren Gebiet gar keinen Überblick, welche Kinder es betrifft, wie viele Kinder dabei hintenüberfallen und was all das für die Lehrkräfte im kommenden Schuljahr bedeuten wird. Aufgrund kraftvoller Elternproteste sind etliche Bescheide in den Ferien überprüft und manche korrigiert worden. Dass die Ferien für diese Familien wie auch für die Schulen und die Mitarbeiter*innen in der Behörde eher anstrengend als erholsam waren, liegt auf der Hand. Auch dass Lehrkräfte und sogar Schulleitungen mit ihren Sorgen zum kommenden Schuljahr an die Öffentlichkeit gehen und von möglichen ‚eskalierenden Situationen‘ sprechen, ist bezeichnend für das Chaos in der Schulbehörde. Das Ganze ist ein Trauerspiel – für den Senat und für die Bildungsgerechtigkeit in Hamburg.“
