Elbtower und Naturkundemuseum: Jetzt müssen alle Karten auf den Tisch!

Das Hamburger Immobilienunternehmen B&L hat dem Senat das ehemalige Generali-Haus am Besenbinderhof für 495 Mio. Euro zur Unterbringung des Naturkundemuseums angeboten. Bisher hatte der Senat geplant, für 595 Mio. Euro Teile des Elbtowers zu kaufen, um das Museum dort unterzubringen und damit gleichzeitig das gescheiterte Spekulationsprojekt von René Benko zu retten.

Dazu Marco Hosemann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Der Elbtower bleibt ein Problem des Senats. Sein Versuch, auf Biegen und Brechen mit dem Naturkundemuseum den ‚kurzen Olaf‘ zu retten, kommt kräftig ins Wanken. Das Konsortium um Investor Becken hatte angeblich mit einem Preis von 595 Mio. Euro das wirtschaftlichste Angebot geliefert. Jetzt kommt B&L mit 100 Mio. Euro weniger für einen Standort in Hauptbahnhofnähe um die Ecke. Ob dieses Angebot in Höhe von 495 Mio. Euro wirklich die günstigste Variante für die Unterbringung des Naturkundemuseums ist, wissen wir erst, wenn der Senat auch die anderen Möglichkeiten wie das Gruner+Jahr-Gebäude am Baumwall und einen Neubau am Lohsepark ergebnisoffen prüft. Wir fordern den Senat auf, endlich alle Karten auf den Tisch zu legen! Besonders in Zeiten krasser Kürzungen in Bereichen wie Soziales und Bildung ist das geboten. Sonst wird das Vertrauen in Politik und Demokratie weiter geschwächt. Es ist nicht vermittelbar, dass der Senat überall kürzt, aber 595 Mio. Euro für den Kauf des halben Elbtowers ausgeben will. Und dass der Elbtower eine Bauruine bleibt, wenn die Stadt dort nicht mit dem Naturkundemuseum hineingeht, ist auch kein Naturgesetz!“