Förderung pro Flasche? Hamburgs Clubkultur in Abhängigkeit von Brauereien
Das Clubkombinat Hamburg und die Brauerei Ratsherrn haben eine Kooperation vereinbart, bei der eine gemeinsame Produktlinie aufgelegt wird und pro verkaufter Flasche ein kleiner Betrag an die Clubszene fließen soll. Die Kooperation wird als Beitrag zur Stärkung der Hamburger Clubkultur und zur Sichtbarkeit des Netzwerks nach außen beworben.
Dazu Marie Kleinert, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Natürlich freuen wir uns über jeden Euro, der in die Clubkultur fließt und damit anerkennt, wie wichtig diese Orte für eine lebendige, diverse Stadt sind. Dass ein zivilgesellschaftlicher Verband wie das Clubkombinat aber auf Kooperationen mit Brauereien setzt, zeigt vor allem das Versagen der Politik: Kultur darf nicht davon abhängen, wie viel Bier verkauft wird. Statt Förderung mittels Flaschenpfand brauchen wir eine verlässliche, öffentlich finanzierte Infrastruktur für Clubs und Livekultur – mit klaren Förderprogrammen. Kooperationen mit Unternehmen können ergänzen, aber sie dürfen niemals die öffentliche Verantwortung für Kultur ersetzen – schon gar nicht, wenn sie Akteure wie das Clubkombinat in eine problematische Abhängigkeit von Verkaufszahlen und wirtschaftlichen Interessen bringen.“
