Berufs- und Studienorientierung: Mehr Schein als Sinn

Das von Schulsenator Rabe heute vorgestellte Rahmenkonzept zur Berufs- und Studienorientierung an Gymnasien und Stadtteilschulen wird die Schüler_innen kaum unterstützen. „Gerade einmal 34 Unterrichtsstunden verteilt über die gesamte Studienstufe, also je nach Schulform über bis zu drei Jahre, genügen nicht für einen erfolgreichen Orientierungsprozess“, kritisiert Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Es werden keine zusätzlichen Lehrkräfte dafür eingestellt, das Ganze soll praktisch nur im Bereich Fortbildung finanziert werden und Praktika sind gar nicht erst vorgesehen – das hilft niemandem weiter.“

Die Schulen müssen nach Rabes Plänen die Umsetzung der Berufs- und Studienorientierung weitgehend frei und eigenverantwortlich gestalten – im Bereich der „sonstigen Bildungsaufgaben“ zulasten anderer Stoffvermittlung. „Das ist für die Schulen eine Belastung und für die Schüler_innen ein Risiko“, so Boeddinghaus. „Will man tatsächlich Qualität und Vergleichbarkeit dieser wichtigen Aufgabe für alle Schüler_innen garantieren, dann braucht es auch realisierbare Konzepte. Eine wirkliche Hilfe bei der Orientierung zur Berufs- und Studienwahl wäre eine qualifizierte Studien- UND Berufsorientierung an BEIDEN Schulformen bereits in der Sekundarstufe I – das bekommt dieser Senat aber nicht hin.“