LSE-Förderquoten bleiben Abbild 
sozialer Spaltung

  • 2. März 2017

Die wachsende soziale Ungleichheit in Hamburg zeigt sich besonders im Schulsystem: So hängt die Höhe des sonderpädagogischen Förderbedarfs im Bereich Lernen, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung (LSE) in den vierten Klassen im Schuljahr 2016/17 stark von der sozialräumlichen Lage ab, wie eine Schriftliche Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft ergeben hat.

Die LSE-Förderquote ist in Stadtteilen in schwieriger sozialer Lage am höchsten, in Stadtteilen mit sozial stabilem Umfeld aber nur minimal. In Billstedt und Wilhelmsburg liegen die Bedarfsermittlungen bei 11,5 bzw. 11,9 Prozent – und sind damit viermal höher als etwa in Eimsbüttel (3,0 Prozent) oder Altona (2,8 Prozent). An den Grundschulen und Grundschulabteilungen sind die Unterschiede beim »Förderschwerpunkt Lernen« besonders gravierend: Dieser ist unter den Viertklässler_innen an Schulen mit dem ungünstigsten Sozialindex (1) mit einer Quote von 7,9 Prozent fast 20mal höher als an Schulen mit dem günstigsten Sozialindex (6).

»Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Schulstandorte in schwierigen sozialen Lagen müssen besser unterstützt werden, damit gleiche Bildungs- und Entwicklungschancen garantiert sind«, erklärt Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Bei der Umsetzung der Inklusion zeige sich, dass die soziale Spaltung schulische Biographien und Möglichkeiten beschneide. Inklusive Bildung müsse als gesamtschulische Aufgabe verstanden werden, die alle Schulformen in allen Stadtteilen mit den angemessenen Mitteln versorgt. »Die Forderungen der Volksinitiative für Gute Inklusion müssen umgesetzt werden!«, so Boeddinghaus.