Rabe kredenzt wieder alten Wein in mäßig neuen Schläuchen

  • 14. August 2018

Zum Beginn des neuen Schuljahrs hat Bildungssenator Ties Rabe wie gewohnt Zahlenspiele und Durchschnittswerte präsentiert. „Damit lässt sich aber nicht verdecken, dass der Senat der rasant steigenden Zahl der Schüler_innen und ihrer berechtigten Ansprüche weiterhin nicht gerecht wird“, erklärt dazu die schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Sabine Boeddinghaus. „Rechnerisch eine Vollzeitkraft mehr für jede staatliche allgemeinbildende Schule ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Rabe unterschlägt, unter welchen Bedingungen die Schulen nach allen Kräften versuchen, die Schüler_innen bestmöglich zu bilden und zu unterstützen. Gedankt wird dem Lehrpersonal sein Engagement mit einer Erhöhung des Arbeitspensums, mit ,Korrekturpflicht‘ und zusätzlichen Lehrverpflichtungen. Den Schüler_innen werden weiter die Daumenschrauben angezogen, der Lernstress erhöht.“

Die angekündigten Musterlehrpläne seien keine Antwort auf die Herausforderungen des neuen Schuljahres, kritisiert Boeddinghaus: „Das ist Methodeneinfalt, ein immer Mehr vom Selben, Zwang zum Diktat, Lernen, Üben und Vertiefen und neuerdings die Lobpreisung der Hausaufgaben. Abgesehen davon, dass er als verantwortlicher Dienstherr der Expertise der Lehrer_innen ein grundlegendes Misstrauen entgegenbringt, offenbart Rabe mit der Forderung nach mehr Hausaufgaben ein erschreckendes pädagogisches Defizit: Er bleibt die Erklärung schuldig, wie gerade die Schüler_innen, die zu Hause wenig bis gar keine Unterstützung erhalten, nun durch vermehrte Hausaufgaben mit ihren Altersgenoss_innen gleichziehen sollen, deren Eltern zumeist eine aktive Rolle übernehmen.“

Das vollmundige Programm inklusive Begabtenförderung und Schulbau bleibe daher alter Wein in mäßig neuen Schläuchen.