Holstenareal: Linke fordert Planungsstopp und Bürger*innen-Beteiligung
Nach dem Verkauf des Holstenareals an den Projektentwickler Quantum und die Hanse Merkur wurde der alte Bebauungsplan-Entwurf von 2021 hinter verschlossenen Türen überarbeitet. Statt 1.200 sollen dort nun 2.000 Wohnungen entstehen, was mit einer noch stärkeren Versiegelung des Gebiets einhergeht. Ob es weitere klammheimliche Änderungen gegenüber dem alten Plan gibt, geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion nicht hervor: Der Senat mauert bei vielen Fragen unter Verweis auf den laufenden Planungs- und Abstimmungsprozess.
Am Donnerstag (22. Oktober) um 17 Uhr ruft die Initiative „knallt am dollsten“ zu einer Kundgebung vor dem Altonaer Rathaus auf. Anlass ist die Bezirksversammlung, in der ein Antrag der Linksfraktion auf der Tagesordnung steht, mit dem sie „ein klimaresilientes, gemeinwohlorientiertes Holstenareal“ fordert.
Dazu Marco Hosemann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Überarbeitung der Pläne für das Holstenareal dient vor allem den Profitinteressen des Investors Quantum – und nicht dem Gemeinwohl durch bezahlbaren Wohnraum, Räume für soziale Einrichtungen und Kultur und die Anpassung unserer Stadt an die Folgen des Klimawandels. Das Holstenareal ist schon heute eine Hitzeinsel und die geplanten unversiegelten Flächen von 10 bis 15 Prozent sind viel zu wenig. Die Bürger*innen müssen beteiligt werden, um Bedarfe zu ermitteln und in der Planung zu berücksichtigen – und das, bevor der städtebauliche Vertrag mit Quantum unterschrieben ist. Wir fordern einen Planungsstopp, vollständige Transparenz und eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit, damit hier ein lebenswerter Stadtteil entsteht, der neben Wohnraum auch Treffpunkte und Angebote für alle Menschen bietet und an die Folgen des Klimawandels mit Hitzeperioden und Starkregenereignissen angepasst ist.“
