Olympia-Bewerbung? Nicht schon wieder!
Vor 10 Jahren haben die Hamburger*innen schon einmal NEIN zu Olympia gesagt. Doch jetzt geht es wieder los: SPD, Grüne und CDU wollen, dass sich unsere Stadt erneut bewirbt.
Dabei gilt damals wie heute:
- Olympia ist eine riesige Kommerz-Veranstaltung
- Die Ausrichterstadt trägt die Kosten – die Gewinne gehen an das IOC
- Olympia führt zu steigenden Mieten und Vertreibung
- alle vermeintlichen Vorteile für unsere Stadt ließen sich auch ohne Olympia realisieren
Trotzdem hat der Senat Ende Mai 2025 eine Bewerbung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht. Am 31. Mai 2026 /Start der Briefwahl: 20. April 2026) werden die Hamburger*innen in einem Referendum über Olympia entscheiden. Wir stimmen natürlich wieder mit NEIN!
…aber Paris 2024 war doch okay?
Nein, war es nicht! Paul Alauzy lebt in Paris, hat Olympia hautnah erlebt – und hat uns auf einer Veranstaltung im Rathaus berichtet, wie es wirklich war. Die Erfahrung aus Paris lehrt: Für alle, die wenig Geld haben, ist der Zuschlag für die Olympia-Bewerbung eine ganz schlechte Nachricht.
…aber kriegen wir dann nicht ein neues HSV-Stadion?
Hamburg fehlt ein Olympiastadion. Denn das Volksparkstadion ist für Leichtathletik-Wettkämpfe nicht geeignet. Doch einfach ein neues Stadion bauen geht nicht, weil das nicht nachhaltig wäre. Also wird das bestehende HSV-Stadion – obwohl erst im Jahr 2000 neu errichtet und 2024 modernisiert – mittelfristig für nicht renovierbar erklärt. Belege dafür? Gibt es nicht. Nur eine von vielen Lügen, die uns für Olympia aufgetischt werden.
…so viel kostet das doch gar nicht?
Schön wär’s, aber allein die Bewerbung wird Millionen verschlingen. Gerade erst ist bekannt geworden, dass Innensenator Grote weitere fast 9 Millionen Euro für die kommenden beiden Jahre locker machen will. Geld, dass anderswo viel besser eingesetzt werden könnte (im Breitensport zum Beispiel).
…aber Hamburg ist doch total begeistert von Olympia?
Nein, ist es nicht. In München haben beim Olympia-Referendum im Oktober 2025 tatsächlich zwei Drittel für die Bewerbung ihrer Stadt gestimmt. Am gleichen Tag veröffentlichte der NDR die Ergebnisse einer Umfrage in Hamburg, nach der bei uns nur 27 Prozent der Menschen für Olympia sind.
…aber ist Olympia nicht total nachhaltig?
Olympische Spiele gehören zu den aufwendigsten Events der Welt und verursachen riesige C02-Emissionen durch Energieverbrauch, Bautätigkeit und Verkehr. Darauf weist u.a. der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hin. Wer beim Zukunftsentscheid mit Ja gestimmt hat, sollte beim Olympia-Referendum mit Nein stimmen!
…aber ist Olympia nicht gut für den Breitensport?
Nein, denn die Großsportstätten, die das IOC braucht, sind ganz anders als die normaler Sportler*innen. Und wenn die Millionen, die für die Bewerbung und Durchführung von Olympia ausgegeben wurden, wieder eingespart werden müssen, fehlt das Geld an anderer Stelle. Auch der Motivationseffekt, der von den Befürworter*innen immer wieder genannt wird, ist nicht wirklich belegbar: Studien zeigen, dass der Breitensport von Olympia nicht nachhaltig profitiert.
…aber zahlt jetzt nicht der Bund die ganzen Bewerbungskosten?
Nein, auch wenn der Senat das immer wieder behauptet (etwa in einer Pressemitteilung von Anfang Dezember 2025). Wie eine Anfrage der Linksfraktion zeigt, bekommt die Stadt für die geplanten 18 Millionen Euro Bewerbungskosten keinen Cent Erstattung – und auch für eine Beteiligung an den voraussichtlich milliardenschweren Infrastrukturkosten gibt es keine Zusage vom Bund.
JA zum Sport, NEIN zu Olympia in Hamburg!
Rede unseres Abgeordneten Martin Wolter in der Bürgerschaft:

