Plaza-Eintritt: Senat nimmt pro Jahr 600.000 weniger Besucher*innen in Kauf

Mit Einführung des kostenpflichtigen Plaza-Besuchs rechnet der Senat mit einem Besucher*innenrückgang von 25 bis 30 Prozent. Das entspricht 600.000 weniger Menschen auf der Plaza pro Jahr. Trotzdem kalkuliert der Senat mit Bruttoeinnahmen von rund 6,4 Millionen Euro jährlich, wie aus der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion (Drs. 23/4898) hervorgeht. Dem stehen zusätzliche Ticketingkosten von ca. 380.000 Euro sowie erwartete Einnahmerückgänge von rund 250.000 Euro gegenüber. Wie diese Beträge konkret ermittelt wurden, bleibt allerdings ebenso wenig nachvollziehbar wie das Verhältnis zur bisherigen Finanzierung. Bislang erhält die Elbphilharmonie-Betriebsgesellschaft jährlich 3,6 Millionen Euro aus der Kultur- und Tourismustaxe, um den kostenfreien Eintritt zur Plaza zu gewährleisten. Künftig sollen durch den Eintritt rund 6,4 Millionen Euro eingenommen werden – also etwa 2,8 Millionen Euro mehr. Welche Einrichtungen oder Kulturprojekte von der behaupteten Entlastung des Kulturetats profitieren, beantwortet der Senat nicht.

Dazu Marie Kleinert, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Um Löcher im Haushalt zu stopfen, nimmt der Senat in Kauf, dass Hunderttausende vom Besuch der Elphi Plaza abgeschreckt werden. Die wenigsten davon dürften Tourist*innen sein, vielmehr sind es Hamburger*innen, die nun keinen kostenfreien Zugang mehr zum angeblichen ‚Haus für alle‘ haben und von ihrem eigenen Wahrzeichen faktisch ausgesperrt werden. Gleichzeitig wirft die Kalkulation Fragen auf: Der Senat rechnet mit 6,4 Millionen Euro Einnahmen, doch die Verluste für das Plaza-Café und die Konzerthausführungen erscheinen mit zusammen rund 250.000 Euro auffallend knapp angesetzt. Wenn der Eintritt tatsächlich den Kulturetat entlasten soll, wie der Senat in seiner eigenen Pressemitteilung vom 24.6. behauptet hat, sollte er offenlegen, welche Kulturinstitutionen und Projekte konkret davon profitieren. Wenn die Hamburger*innen schon keinen kostenlosen Zugang mehr zur Plaza haben, dann haben sie doch wenigstens Anspruch auf eine transparente Erklärung für die Erhebung des Eintritts.“