Post baut weiter ab? Filialen erhalten, Barrierefreiheit sichern!

Mit einem Antrag fordert die Linksfraktion in der heutigen Bürgerschaftssitzung den Senat dazu auf, sich für eine flächendeckende und barrierefreie postalische Versorgung einzusetzen, Verschlechterungen bei Filialschließungen zu verhindern und verbindliche Standards für barrierefreie Ersatzangebote zu schaffen. Wie schlecht es um die angemessene Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen in Hamburg steht, insbesondere für Menschen mit Behinderungen und eingeschränkter Mobilität, zeigen zwei aktuelle Anfragen der Linksfraktion.

Dazu Marco Hosemann, bezirkspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Postfilialen sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wenn wohnortnahe Angebote verschwinden, trifft das besonders ältere Menschen, mobilitätseingeschränkte Personen und Menschen ohne digitalen Zugang. Paketstationen wirken auf den ersten Blick praktisch, funktionieren aber meist nur mit Smartphone, digitalen Kenntnissen und ausreichender Beweglichkeit. Und die sogenannten Partnerfilialen sitzen nicht selten in kleinen Kiosken oder Läden, die alles andere als barrierefrei sind: enge Eingänge, Stufen, keine Orientierungshilfen – da kommt man oft gar nicht erst rein. In unseren Anfragen zu diesem Thema erklärt sich der Senat für nicht zuständig und schiebt die Verantwortung auf den Bund ab. Wie glaubwürdig ist da das Versprechen des Senats, Hamburg mit Olympia zur barriereärmsten Stadt zu machen? Barrierefreiheit darf kein ‚nice to have‘ sein – sie muss von Anfang an mitgedacht werden und verpflichtend sein. Dafür kann und muss sich der Senat gegenüber der Deutschen Post AG und der Bundesnetzagentur einsetzen.“