Prekäre Lage von Künstler*innen: Linke will Grundeinkommen prüfen

Wie prekär Künstler*innen oft leben, wurde erneut während der Corona-Pandemie deutlich. Für Irland war dies der Anlass, ein Grundeinkommen für Künstler*innen zu testen. Der Erfolg dieses Pilotprojekts veranlasste die irische Regierung im vergangenen Jahr dazu, das „Basic Income for the Arts“ dauerhaft einzurichten. In einem Antrag zur Bürgerschaftssitzung am 28. Januar fordert die Linksfraktion den Senat nun auf, auch in Hamburg ein solches Grundeinkommen für Künstler*innen zu testen.

Dazu Marie Kleinert, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Hamburg ist stolz auf seine vielfältige Kunst- und Kulturszene. Zugleich leben viele Künstlerinnen in prekären Verhältnissen. Wer fortwährend um seine Existenz kämpfen muss, kann kaum frei und unabhängig arbeiten. Viele haben die finanziellen Folgen der Pandemie gerade erst hinter sich gelassen, da steht bereits die nächste Zäsur bevor: Der Boom bei der Nutzung von KI-Tools, etwa im Bereich der Bildgenerierung, erzeugt enorme Verunsicherung. Um Künstlerinnen langfristig finanziell abzusichern, kann sich Hamburg ein Beispiel an Irland nehmen und mit einem entsprechenden Projekt eine Vorreiterrolle in Deutschland einnehmen. Gerade in politisch herausfordernden Zeiten wie diesen muss Hamburg Raum für Kunst schaffen, die gesellschaftliche Prozesse kritisch reflektiert – statt den permanenten Überlebenskampf von Kunstschaffenden weiter hinzunehmen.“