Safer Feiern auf St. Pauli: Linksfraktion will Projekt „wtf – what the fear“ ausbauen

Rund um die Reeperbahn feiern jedes Wochenende bis zu 50.000 Menschen, insgesamt rund 30 Millionen Gäste pro Jahr. Diese einzigartige Mischung aus Musik, Clubs, Kultur und Nachtleben macht St. Pauli zu einem zentralen Ort der Hamburger Kultur. Doch wo viele Menschen zusammenkommen, sind auch Strukturen nötig, die ein respektvolles und sicheres Miteinander fördern. Das vom Clubkombinat Hamburg e. V. initiierte Pilotprojekt „wtf – what the fear“ hat genau hier angesetzt: mit einem Awareness‑Container auf dem Spielbudenplatz, einer digitalen Meldestelle und Sensibilisierungsangeboten. Die Auswertungen sind klar: 40 Prozent der Meldungen betrafen sexualisierte Grenzverletzungen, weitere 32 Prozent sexualisierte körperliche Gewalt. Über 70 Prozent der meldenden Personen waren weiblich, 23 Prozent divers. Die Linksfraktion fordert in der Bürgerschaftssitzung am 25. März, „wtf – what the fear“ fortzuführen und gewonnene Erkenntnisse in bestehende Strategien der Gewaltprävention und in ein umfassendes Schutzkonzept einfließen zu lassen.

Dazu Marie Kleinert, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft, erklärt: „Hamburgs Nachtleben ist ein zentraler Teil unserer Kultur – es sollte für Vielfalt, Begegnung und Freiheit stehen, doch viele Besuchende verbinden mit dem Aufenthalt auf dem Kiez ein Gefühl der Unsicherheit und erleben Übergriffe. Es braucht also dringend Strukturen, die Sicherheit und Respekt nicht als Kontrolle, sondern als Teil des gemeinsamen Feierns denken. ‚wtf – what the fear‘ verbindet Kultur mit Prävention, Vertrauen mit Verantwortung. Hier geht es einerseits um den Schutz Einzelner, und andererseits um die Gestaltung eines sicheren, solidarischen Nachtlebens auf Hamburgs bekanntester Partymeile. Ich fordere Rot-Grün daher auf, das Versprechen aus ihrem Koalitionsvertrag einzulösen. Hier steht: ‚Die Entwicklung von Konzepten für ein sicheres Nachtleben wird unterstützt.‘“