Streit um Elbtower und Naturkundemuseum: Grüne setzen falsche Prioritäten
Nachdem in der letzten Woche das Hamburger Immobilienunternehmen B&L dem Senat das ehemalige Generali-Haus am Besenbinderhof für 495 Mio. Euro zur Unterbringung des Naturkundemuseums angeboten hatte, erklärte der Vorsitzende der Grünen Bürgerschaftsfraktion, dass er sowohl diesem Angebot als auch dem bisherigen Plan, für 595 Mio. Euro einen Teil des Elbtowers dafür zu kaufen, nicht zustimmen werde. Heute hat er sich in einer Pressemitteilung davon distanziert und zum Staatsvertrag bekannt.
Dazu Marco Hosemann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Auch wir sind für die Umsetzung des Staatsvertrages. Es gibt aber keine Frist und keine Dringlichkeit für die Umsetzung des Naturkundemuseums. Wer bei Bildung, Soziales und Wohngeld kürzt, aber für Prestigeprojekte wie Elbtower und Naturkundemuseum so viel Geld ausgeben will, hat die falschen Prioritäten. Das ist gegenüber den Menschen, die in Hamburg von Armut und Kürzungen betroffen sind, nicht vermittelbar und schadet dem Vertrauen in Politik und Demokratie. Zudem wissen wir bis heute nicht, ob es nicht auch viel günstigere Möglichkeiten für die Unterbringung des Naturkundemuseums gibt. Das wissen wir erst, wenn der Senat auch andere Möglichkeiten ergebnisoffen prüft und die Ergebnisse transparent macht. Wir haben nach wie vor den Eindruck, dass der Senat die Unterbringung des Naturkundemuseums im Elbtower schöngerechnet hat, um endlich die Bauruine loszuwerden, die er zu verantworten hat.“
