Verpflichtende Gedenkstättenbesuche: Zu den schönen Worten gehört auch Geld für Schulen und die Gedenkstätten

Auf der Landespressekonferenz stellte der Senat heute seine Planungen für verpflichtende Besuche von NS-Gedenkstätten für Schüler*innen vor. Dabei wurde nicht nur die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und der Entwicklung eines historischen Bewusstseins betont, sondern auch die Beschäftigung mit den Kontinuitäten von Ausgrenzung und Gewalt in der Gegenwart. Die Besuche in den Gedenkstätten sollen daher nicht an einem Nachmittag „abgefertigt“ werden, sondern in einen intensiven Lernprozess eingebunden sein. Lehrkräfte sollen die Besuche mit ihren Schulklassen vor- und nachbereiten. Auch die Gedenkstätten müssen sich konzeptionell auf die steigende Zahl von Besuchen und die verstärkte Zusammenarbeit mit Schulklassen vorbereiten.

Dazu Marco Hosemann, erinnerungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Es ist wichtig, dass Hamburgs Schüler*innen aus der Geschichte für die Zukunft lernen, dabei die Gegenwart im Blick behalten und verstehen: ‚Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg‘ – das ist die Verantwortung von uns allen. Doch es darf nicht bei schönen Reden und klugen Zitaten bleiben. Und wie das alles konkret funktionieren soll, erfahren wir vom Senat bislang kaum: Für die Schulen ist kein zusätzliches Budget vorgesehen, um ihre Curricula entsprechend anzupassen und die Vor- und Nachbereitung zu leisten. Ebenso soll es keinen zusätzlichen Projekttopf für die Gedenkstätten geben. Wir wollen aber ernst gemeinte politische Maßnahmen sehen! Wir wollen sicherstellen, dass die Schulen diese Bildungsarbeit überhaupt leisten können. Wir wollen endlich den Bau des Dokumentationszentrums am Hannoverschen Bahnhof voranbringen. Wir wollen ein Budget für digitale Vermittlungsformate sowie eine bessere Finanzierung der Arbeit freiberuflicher Guides in den Gedenkstätten.“