Wohnungsbauturbo darf nicht zum Grünfraß- und Profitturbo werden!

Der jüngst vom Bundestag beschlossene Bauturbo soll nun auch in Hamburg zur Anwendung kommen. Zahlreiche Fachverbände und Initiativen, darunter Architects for Future, die Bundesarchitektenkammer und der NABU, warnen vor erheblichen Risiken. Kritisiert werden insbesondere der mögliche Verzicht auf Bürger*innenbeteiligung, Umweltprüfungen, die Gefahr der zunehmenden Zersiedelung der Stadtränder und der Versiegelung von noch mehr Grünflächen sowie die fehlende Berücksichtigung sozialer Interessen. SPD und Grüne haben dazu einen Antrag in die heutige Bürgerschaft eingebracht, der bereits auf einige Kritikpunkte eingeht, sie aber nicht verbindlich regelt. Die Linksfraktion hat deshalb einen Zusatzantrag eingereicht, mit dem die sozialen, städtebaulichen und ökologischen Interessen gewahrt werden sollen.

Dazu Marco Hosemann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Ohne verbindliche Kriterien öffnet der Bauturbo Tür und Tor für noch mehr Grünfraß und überwiegend teuren Wohnungsneubau. Mit unserem Zusatzantrag wollen wir dafür sorgen, dass soziale und ökologische Interessen nicht hinten rüber fallen. Der Bauturbo darf nicht dafür genutzt werden, Bürger*innenbeteiligung und Umweltprüfungen auszuhebeln. Damit er nicht zum Profitturbo für Investoren wird, wollen wir den Bau von Sozialwohnungen bei der Anwendung in Hamburg verbindlich festschreiben.“