205 000 Euro fürs Matthiae-Mahl: Lieber gesundes Essen in unseren Schulen auftischen!
Auch in diesem Jahr findet wieder das traditionelle Matthiae-Mahl im Rathaus statt, bei dem geladene Ehrengäste und Hamburgs High Society zum gediegenen Essen zusammenkommen. Bezahlt wird diese aus dem Mittelalter stammende Tradition aus der Kasse der Stadt. Und zwar zu satten Preisen: Im Jahr 2025 kostete der Festschmaus 205.887,14 Euro, wie aus einer Anfrage der Linksfraktion hervor geht. Davon entfielen allein 16.838,50 Euro auf den Blumenschmuck. Die Kosten des Matthiae-Mahls sollen sich in diesem Jahr dem Senat zufolge in einem vergleichbaren Rahmen bewegen. Als ausländischer Ehrengast hat António Costa, Präsident des Europäischen Rats, seine Teilnahme zugesagt, als inländischer Ehrengast Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel. Thematisch ist die Veranstaltung in diesem Jahr der „Souveränität der Europäischen Union in der geopolitischen Zeitenwende“ gewidmet. Auch die Fraktionen der Hamburgischen Bürgerschaft können an dem traditionellen Festessen teilnehmen. Die Linksfraktion lehnt dies ebenso traditionell ab.
Hierzu David Stoop, haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Finanzsenator Dressel rennt durch die Stadt und beklagt die steigenden Kosten für Sozialleistungen. Gleichzeit gönnt der Senat sich für mehr als 200.000 Euro ein Festmahl – das passt nicht zusammen! Das Matthiae-Mahl ist kein Fest für die ganze Stadt, sondern ein Nobel-Event für ein paar wenige. Daran wird sich die Linksfraktion sicherlich nicht beteiligen und es ist bitter, dass hierfür Geld zum Fenster rausgeworfen wird. Vielleicht sollte der Senat lieber keine Kosten und Mühen scheuen, um allen Kindern in Schulen und Kitas ein gesundes Frühstück und Mittagessen aufzutischen! Sowas geht auch ganz ohne Schnittblumen und Silberbesteck.“
