Privat: Flüchtlingspolitisches Hearing: Gesundheitsversorgung von Geflüchteten

  • 2. Dezember 2015

Im Rahmen des Workshops Gesundheit lud Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, verschiedene AkteurInnen und Gruppen, die an der Gesundheitsversorgung von Geflüchteten in Hamburg beteiligt sind, zu einem Austausch über ihre Arbeit ein.

Neben sozialen Projekten fanden sich auch Einzelpersonen und Geflüchtete aus einer Erstaufnahmeeinrichtung ein. Allen Beteiligten schien viel unter den Nägeln zu brennen, was dazu führte, dass die Situation der Geflüchteten und ihre Gesundheitsversorgung aus unterschiedlichsten Perspektiven mit verschiedensten Schwerpunkten beschrieben werden konnte. Vielen der Anwesenden war es in der Diskussion ein Anliegen auf die Missstände hinzuweisen, die sie während ihren Tätigkeiten erlebt haben.

Es fehlt an Toiletten, Waschgelegenheiten und Raum für Rückzug

Als zentrales Problem in Bezug auf Gesundheit und Versorgung wurden immer wieder die mangelhaften, strukturellen Gesundheitsangebote genannt, die zwar zum Teil vorhanden, aber für die Geflüchteten nicht erreichbar sind und darüber hinaus für die Vielzahl der Hilfesuchenden schlichtweg nicht ausreichen. Ein weiterer zentraler Punkt, der von verschiedenen AkteurInnen wiederholt genannt wurde, sind fehlende gesundheitsförderliche und -schützende Angebote innerhalb der Unterkünfte. So fehle es zum Beispiel an Toiletten und Waschgelegenheiten, sowie Raum für Rückzug und Regeneration. Die Beteiligten zeigten sich sehr interessiert an den Problemen und Sichtweisen der Gesprächsteilnehmenden, so dass eine lebhafte Diskussion mit vielen Ergebnissen entstand.

Allen Teilnehmenden schien es sehr zu gefallen, dass sich jemand für ihre Arbeit interessiert und für die damit verbundenen Schwierigkeiten einsetzen will. Darüber hinaus waren auch die Geflüchteten sehr aktiv an den Gesprächen beteiligt und konnten aus erster Hand über die Missstände in den Sammelunterkünften berichten. Sie bestätigten dabei, dass sie den Kontakt zu den Helfenden auf gleicher Augenhöhe, der ihnen durch das Hearing ermöglicht wurde, als sehr angenehm empfanden. Sie konnten dadurch ihren Teil beitragen und es wurde mit ihnen anstatt über sie gesprochen.

Geflüchtete müssen in die gesundheitliche Regelversorgung!

Ich habe das Gefühl, dass ich mich nach dem Gespräch mit den Helfenden viel besser in ihre jeweilige Situation hinein versetzen kann. Die Berichte der Anwesenden haben mir gezeigt, dass die Umstände und Hilfsangebote für Geflüchtete die für Außenstehende möglicherweise organisiert und strukturiert scheinen in Wahrheit durch Freiwillige gestemmt werden und auf ihr nicht selbstverständliche Engagement zurück zu führen ist.

Dieser Einsatz ist harte Arbeit, an der ich ansetzen möchte um die Helfenden zu entlasten und auf parlamentarischem Weg zu unterstützen. Außerdem möchte ich die Geflüchteten in Hamburg willkommen heißen und meinen Teil dazu beitragen ihnen so schnell wie möglich ein weitestgehend normales Leben zu ermöglichen, mit den gleichen Rechten wie alle anderen Menschen in der Stadt auch – dafür ist ihre Aufnahme in die gesundheitliche Regelversorgung unumgänglich.

Text: Deniz Celik

Foto: Christiane Schneider