Anfrage enthüllt: U5 bedeutet das Ende für zahlreiche weiterhin notwendige Buslinien
Durch den Bau der U5 sollen etliche Buslinien teilweise oder komplett entfallen, selbst wenn sie nicht im Umfeld der U5 verlaufen – das bestätigt der Senat in seiner Antwort auf eine aktuelle Anfrage der Linksfraktion. In einer Tabelle der Nutzen-Kosten-Untersuchung vom Mai 2023 sind 17 Linien bzw. Linienabschnitte aufgeführt, die entfallen sollen. Sieben neue Linienabschnitte, zwei neue Linienwege und zwei neue kurze Teillinien sind geplant. Nun erklärt der Senat, dies seien nur Annahmen – konkrete Entscheidungen würden erst in den 2030er Jahren getroffen. Diese Tabelle ist erst durch Recherchen der taz bekannt geworden – der Senat hat bis heute die Streichungen nicht öffentlich kommuniziert.
Dazu Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Langsam kommt die Katze aus dem Sack: Die U5 wird zur Totengräberin von weiterhin dringend benötigten Buslinien. Obwohl diese Linien weit entfernt von der neuen U-Bahn-Linie liegen, sollen sie ganz oder teilweise entfallen. Leidtragende sind die heutigen Busfahrgäste, die dann ihr Fahrtziel nur noch mit teilweise mehrmaligem Umsteigen erreichen können. Das gilt etwa für die hochfrequentierte Linie 6 zwischen Borgweg und HafenCity oder die oft überfüllte Linie 7 zwischen Steilshoop und Barmbek. Konkreten Antworten weicht der Senat dabei aus und versucht hilflos, diese Kürzungen und Verschlechterungen des ÖPNV herunterzuspielen, um den zu erwartenden Protest auf die 2030er Jahre zu vertagen. Für uns steht fest: Der Senat muss den Hamburger*innen heute schon klar sagen, welche Verschlechterungen auf sie zukommen, wenn die U5 fertiggebaut würde.“
