Antidiskriminierungsbericht 2025: Alarmierend hohe Zahl von Beschwerden über Behörden
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat die aktuellen Zahlen vorgelegt.
Dazu Hila Latifi, Fachsprecherin für Antidiskriminierung der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Es ist erschreckend, dass rassistische Diskriminierung weiterhin die mit Abstand häufigste Form der gemeldeten Diskriminierungen ist. Besonders alarmierend ist, dass Menschen Diskriminierung häufig dort erleben, wo sie eigentlich Schutz, Unterstützung und gleiche Behandlung erwarten dürfen: in Behörden und staatlichen Institutionen.“ Die Zahlen bestätigen, was die InRa-Studie bereits gezeigt hat: Rassismus ist nicht nur eine Frage individueller Vorurteile, sondern schlägt sich auch in behördlichen Strukturen, Routinen und Entscheidungen nieder. Wenn Betroffene Diskriminierung durch Behörden erleben, beschädigt das das Vertrauen in den Staat und seine Institutionen. Erst kürzlich hat eine Anfrage der Linksfraktion gezeigt, wie rassistische Aussagen im Amt für Migration nicht als solche erkannt und ohne Konsequenzen blieben. Gerade jetzt, wo rechte und rassistische Narrative immer präsenter werden, ist das ein gefährliches Signal – vor allem in Behörden, die so viel Einfluss auf das Leben von Menschen haben. Hila Latifi: „Wer die Ergebnisse der InRa-Studie ernst nimmt, kann die aktuellen Zahlen nicht als Einzelfälle abtun. Institutioneller Rassismus ist Realität und die Politik muss endlich die Konsequenzen daraus ziehen. Deshalb haben wir für die nächste Bürgerschaftsitzung einen Antrag vorgelegt, der konkrete Maßnahmen gegen institutionellen Rassismus in Hamburger Behörden fordert – von unabhängigen Beschwerdestrukturen über verpflichtende Fortbildungen bis hin zu einer systematischen Erfassung von Diskriminierungsfällen.“
