Ausbildung in Ämtern & Behörden: Hohe Übernahmequote, aber kaum Mitbestimmung
Laut Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion haben bis zum 15. November 1398 Auszubildende eine Ausbildung bei der Stadt begonnen, darunter 758 männliche und 639 weibliche Bewerber*innen. Die Zahlen bleiben damit weitgehend stabil. Mit 96,5 Prozent bleibt auch die Übernahmequote hoch. Allerdings werden dort nur Auszubildende erfasst, die ihre Ausbildung nicht vorher abbrechen – in diesem Jahr haben bisher 152 Auszubildende ihre Ausbildung abgebrochen.
Dazu David Stoop, Sprecher für den öffentlichen Dienst der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Es ist gut, dass die Stadt weiterhin nicht nur selbst ausbildet, sondern auch den ganz überwiegenden Teil der Nachwuchskräfte anschließend in den öffentlichen Dienst übernimmt. In einzelnen Bereichen, insbesondere der Innenbehörde, gibt es eine hohe Abbrecher*innenquote. Beklagenswert ist auch der Zustand der betrieblichen Mitbestimmung: In einigen Bereichen gibt es keine Auszubildendenvertretungen und die eigentlich halbjährlich durchzuführenden Auszubildendenversammlungen finden so gut wie gar nicht statt – in diesem Jahr waren es über alle Behörden hinweg gerade einmal drei: in der Behörde für Finanzen und Bezirke, dem Landesbetrieb ZAF und dem Bezirksamt Hamburg-Nord. In allen anderen Behörden steht es scheinbar schlecht bestellt um die Mitbestimmung von Azubis. Demokratische Mitbestimmung ist aber entscheidend, um Nachwuchskräfte zu binden und eine demokratische Behördenkultur zu entwickeln.“
Dazu Sabine Ritter, Sprecherin für Wissenschaft der Linksfraktion: „Mit 50 Prozent fällt die Übernahmequote im Zuständigkeitsbereich der Behörde für Wissenschaft und Forschung besonders schlecht aus. Und auch die Krankheitsquote liegt mit 12 Prozent an der Uni Hamburg und 15 Prozent bei der Staats- und Universitätsbibliothek auffallend hoch. Gleichzeitig wird die Zufriedenheit mit der Ausbildung teils nur per Feedbackbögen erfasst. Hier muss genauer hingeschaut werden.“
