Das Aus für die Disability Studies: Respektierte Forschungsstelle wird vom Senat platt gemacht
Zum 01.01.2026 wird die Forschungsstelle für Disability Studies (ZeDiS) geschlossen. Damit enden mehr als zwei Jahrzehnte Forschungsarbeit am ZeDiS in Hamburg komplett. Die Linke hatte sich bereits bei den letzten Haushaltsberatungen mehrfach für ein Erhalt des ZeDiS ausgesprochen. Erfolglos – nachdem im Frühjahr dieses Jahres die Forschungsstelle Post-Colonial-Studies dichtgemacht wurde, trifft es nun eine der renommiertesten Forschungseinrichtungen bundesweit zu Disability Studies. Die Linksfraktion hat die Abwicklung der Forschungsstelle in der heutigen Bürgerschaftssitzung zur Debatte angemeldet.
Dazu Heike Sudmann, Co-Vorsitzende der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Diese Art von Wissenschaftspolitik wirft ein verdammt schlechtes Licht auf die Rot-Grün. Im besten Fall scheint es dem Senat gleichgültig sein, wie die Zukunft der Disability Studies in Hamburg gestaltet werden soll. Denn die Disability Studies sollen erst wieder ab 2028 in anderer Form an der HAW ein Zuhause finden. Aber wie? Und mit wem? All das ist völlig ungeklärt. Ich halt dieses Vorgehen für grob fahrlässig und unverantwortlich. Neben zahlreichen Solidaritätsadressen zeigen auch mehr als 5.000 Unterschriften, dass das ZeDiS in den vergangenen Jahren auch bundesweit Respekt und Anerkennung hatte. Die Schließung des ZeDiS ist ein düsteres Signal für die Repräsentanz von Menschen mit Behinderung im Wissenschaftsbetrieb. Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention handelt es sich hier um einen großen Rückschritt.“
Alle Beschäftigten im ZeDiS haben bereits ihre Kündigung erhalten. Sie haben sich am Montag mit einem offenen Brief an den Senat gewandt.
