Das Ende von Groß Sand: Eine Bilanz des Scheiterns für den Senat
Heute schließt das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß Sand seinen Betrieb komplett. 2019 waren erstmals finanzielle Probleme öffentlich bekannt geworden. Die Linksfraktion hat wiederholt Initiativen zum Fortbestand von Groß Sand in die Bürgerschaft eingebracht (Drs. 22/2429, Drs. 22/15515, Drs. 23/661, Drs. 23/3700). Sie alle wurden abgelehnt.
Dazu Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Seit Jahren hat der Senat die Menschen in Wilhelmsburg mit unverbindlichen Prüfaufträgen und Gesprächen hinter verschlossenen Türen abgespeist. Die Vorschläge aus der Belegschaft, aus dem Stadtteil und von uns Linken lagen auf dem Tisch – doch der Senat hat sie gar nicht ernsthaft geprüft. Seine gesetzliche Pflicht, die medizinische Versorgung zu sichern, hat er damit sträflich vernachlässigt. Jetzt ist der Worst Case eingetreten: Die stationäre Gesundheitsversorgung vor Ort bricht weg. Zugleich ist aber auch der versprochene Ausbau ambulanter Angebote – etwa durch eine chirurgische Notfallpraxis – nicht erfolgt. Das ist die Bilanz eines politischen Scheiterns – auf Kosten der Wilhelmsburger Bevölkerung und der Beschäftigten.“
Dazu Kay Jäger, Wahlkreisabgeordneter der Linksfraktion aus Wilhelmsburg: „Frau Senatorin Schlotzhauer hat die Mitarbeiter*innen von Groß Sand und die Wilhelmsburger*innen lange genug im Stich gelassen. Jetzt muss dringend eine Perspektive für die Gesundheitsversorgung im Stadtteil her! Wir erwarten konkrete Pläne für die vom Senat versprochene Stadtteilklinik, für die seit über einem Jahr weder Konzept noch Ort feststehen. Anstatt weiterhin auf Scheinbeteiligung und leere Versprechen zu setzen, muss jetzt schnell eine den tatsächlichen Bedarfen entsprechende Lösung her.“
