DPD vernichtet Stammarbeitsplätze: Tarifflucht muss verhindert werden
Die Beschäftigten des DPD-Depots in Hamburg-Wilhelmsburg kämpfen aktuell gegen die Auslagerung ihrer Arbeitsplätze an einen externen Dienstleister. DPD will die Beschäftigten einer ganzen Schicht durch Leiharbeitnehmer*innen ersetzen und die Stammbelegschaft künftig in der Nachtschicht einsetzen. Die Gewerkschaft ver.di rief zu einer Kundgebung vor dem Depot auf.
Dazu Kay Jäger, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „DPD will durch Outsourcing Druck auf die Stammbelegschaft aufbauen – sie ist gewerkschaftlich organisiert und hat einen Betriebsrat. Das ist ein direkter Angriff auf die durch Tarifverträge gesicherten Arbeits- und Sozialstandards, denn die Bedingungen bei Werkverträgen sind in der Regel deutlich schlechter und nicht tarifiert. Betroffen am Standort sind vor allem Mitarbeiter*innen, die oft seit Jahrzehnten auf festen Schichten arbeiten und ihr Leben auf diese Arbeitszeiten ausgerichtet haben. Diese Beschäftigten jetzt in Nachtarbeit zu drängen, ist sozial unverantwortlich, gesundheitlich bedenklich und ein Schlag ins Gesicht aller, die hier jeden Tag hart arbeiten. In der Branche beobachten wir insgesamt die Tendenz zur Tarifflucht und zur Untergrabung der Arbeitsbedingungen – deshalb brauchen wir auf Hamburger Ebene dringend wirksame Maßnahmen zur Stärkung der Tarifbindung, mehr Kontrollen und ein härteres Vorgehen gegen Union Busting.“
