Fußball-EM: Senat stellt UEFA Blankoscheck aus

Bei der Bewerbung Hamburgs um die Fußball-EM 2024 will der Senat der UEFA offenbar einen Blankoscheck ausstellen. Wie aus der Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft hervorgeht (Drs. 21/10422), gewährt der Senat der UEFA schon jetzt beträchtliche Garantien. Gleichzeitig verweist er immer wieder darauf, dass noch keine vertraglichen Details bekannt sind.

Zu den Garantien, die der Senat gewährt, gehören beispielsweise die Unterbindung des so genannten „Ambush Marketings“ und der Produktpiraterie sowie zum Schutz des geistigen Eigentums und der Markenrechte der UEFA. Außerdem wird die Austragung der Spiele am Spielort inklusive Planung, Vorbereitung, Austragung und Rückbau garantiert – ohne dass der Senat weiß, wie hoch die Kosten dafür sein werden.
Darüber hinaus verlangt die UEFA eine Selbstverpflichtung von den öffentlichen Unternehmen und Tochterorganisationen der Stadt. Im Fall einer Pleite müssten städtische Firmen wie Hamburg Wasser oder die Stadtreinigung wohl mit ihren Vermögen haften.

„Entgegen der Äußerungen des Senats ist es bereits zu umfänglichen Verpflichtungen gegenüber dem DFB und der UEFA gekommen. Dabei sind die vertraglichen Details angeblich gar nicht bekannt. Wie kann man Garantien abgeben, wenn man den Inhalt des Vertrages nicht kennt?“, fragt Mehmet Yildiz, sportpolitischer Sprecher der Linksfraktion. „Wir werden darauf bestehen, dass alle Verträge rund um die EM, vor allem der Host-City-Vertrag, öffentlich gemacht werden, damit die Hamburger_innen wissen, welche Verpflichtungen mit der EM-Austragung auf uns zukommen.“