Gängeviertel: In die Gänge kommen statt weiter abwarten

  • 22. September 2009

Am vergangenen Donnerstag hätte der finanziell angeschlagene Investor Hanzevast die fällige zweite Rate zum Bau des Gängeviertels überweisen müssen. Lässt er diese Frist verstreichen, hat die Stadt laut Vertrag innerhalb der nächsten vier Wochen jederzeit die Möglichkeit ohne Komplikationen aus dem Vertrag auszusteigen. Bis Mitte dieser Woche hat die Stadt nun den abgewartet.

Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher, fordert den Senat zum Handeln auf: „Ab dem Moment, wo klar ist, dass der Investor nach wie vor zahlungsunfähig ist, steht die Stadt in der Pflicht eine Entscheidung zu treffen und zu beweisen, dass sie es mit dem Erhalt des Gängeviertels und ihrem Interesse an den Kulturschaffenden ernst meint.“ Nachdem in der Bürgerschaft allgemein eingeräumt wurde, dass die Entscheidungen zum Umgang mit dem historischen Quartier in der Vergangenheit fehlerhaft gewesen seien, sollte es für die Stadt an dieser Stelle auch eine Frage der Glaubwürdigkeit sein, mit klarer Kante Verantwortung für die städtische Sanierung des Gängeviertels zu übernehmen, und sich nicht erneut in vermeintlich diplomatische Passivität zurückzuziehen.

Entscheidend dabei ist nicht nur, dass die Stadt im Sinne der zerfallenden Gebäude schnellstmöglich öffentlich und transparent ein tragfähiges Sanierungskonzept vorlegt, sondern auch, wie angekündigt, das Nutzungskonzept der Initiative „Komm In Die Gänge“ in die Planungen miteinbezogen wird.

„Aus kulturpolitischer Sicht kann es an dieser Stelle nur ein einziges vertretbares Ziel geben: Mit dem Gängeviertel in Zukunft einen denkmalgeschützten Raum zu ermöglichen, in dem KünstlerInnen zu vertretbaren Konditionen leben und arbeiten können“, schließt Hackbusch.