Gebühren für Hebammen auf mehr als 1000 Prozent gestiegen – Linke fordert Ende der „Abzocke“
Nach ihrem Examen müssen sich Hebammen beim Gesundheitsamt eine Berufskurkunde ausstellen lassen. Erst danach dürfen sie die Bezeichnung Hebamme verwenden und in ihrem Beruf arbeiten – so wie die Angehörigen von anderen Gesundheitsberufen auch.
Eine Anfrage der Linksfraktion ergab allerdings nun, dass die Gebühren für das Ausstellen der Berufsurkunden für Hebammen seit 2023 geradezu explodiert sind – von durchschnittlich 44 Euro auf durchschnittlich 455 Euro. Das entspricht einer Steigerung auf mehr als 1000 Prozent!
Der Senat stellt diesen mehr als drastischen Gebührenanstieg als zwingend dar, verweist auf das Hamburgische Gebührengesetz und darauf, dass Hebamme mittlerweile ein vollakademischer Beruf sei. Die Linke fordert anlässlich des heutigen (5. Mai) Internationalen Tages der Hebammen die vollständige Rücknahme der Erhöhung.
Deniz Celik, Fachsprecher für Gesundheit der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Erhöhung ist eine Unverschämtheit und muss umgehend rückgängig gemacht werden. Wir haben seit Langem einen gravierenden Mangel an Hebammen, den Schwangere und junge Familien besonders in den ärmeren Stadtteilen zu spüren bekommen. Gute Arbeitsbedingungen für Hebammen sind deshalb umso wichtiger. Die Gebührenexplosion ist eine Form der modernen Wegelagerei. Die Abzocke muss umgehend gestoppt werden! Mit unserem Antrag zeigen wir einen Weg auf, wie die Gebühren wieder sinken können.“
