Grindelhochhäuser der SAGA: Viel Gewinn – wenig Gemeinnützigkeit
Immer wieder gerät der schlechte Zustand von SAGA-Wohnhäusern in den Fokus, zuletzt wegen der Wasserrohrbrüche in Kirchdorf-Süd, davor etwa wegen der Unbewohnbarkeit in der Kieler Straße 162ff. Demgegenüber ist der Alltag der Bewohner*innen der Grindelhochhäuser eher geprägt von zermürbenden „Dauerbaustellen“ wie Fahrstuhlausfällen, Schimmel, undichten Fenstern, Schädlingsplage und unzureichender Kommunikation mit der SAGA. Die Antworten auf zwei Anfragen der Linksfraktion zeigen nun wenig Willen zur Verbesserung: Immerhin werden die Aufzugsanlagen in den Blick genommen. Fenster werden nach wie vor nur bedarfsweise ausgetauscht. Aber nur 4 Mio. Euro flossen 2024 und 2,1 Mio. Euro 2025 in Instandhaltung. Demgegenüber haben sich die Nettokaltmieten gegenüber 2024 gerade in den Grindelhochhäusern zwar im Durchschnitt mit 9 Cent/qm nur moderat erhöht, doch die höchste Nettokaltmiete hat sich um 0,65 Euro/qm und die niedrigste um 0,29 Euro/qm erhöht. Insgesamt hat die SAGA 2025 mit knapp 38.900 Mieterhöhungen rund 5,1 Mio. Euro eingenommen.
Dazu Carola Ensslen, Bürgerschaftsabgeordnete der Linksfraktion: „Die SAGA erzielt riesige Gewinne und betreibt Mangelverwaltung in den Wohnanlagen. Das zeigt sich deutlich in den Grindelhochhäusern: Investitionen von zuletzt 2,1 Mio. Euro im Jahr 2025 sind ein lächerlicher Betrag für so eine Riesenanlage mit rund 2.000 Wohnungen und ca. 3.500 Bewohner*innen. Brandschutz ist eine Selbstverständlichkeit und die Überarbeitung der Aufzüge war mehr als überfällig, aber Vorbeugung gegen Schäden wie in Kirchdorf sehe ich nicht. Die Mieterhöhungen scheinen gering, für Menschen mit niedrigen Einkommen schleicht sich aber die Angst ein, auch das nicht mehr zahlen zu können. Es wird Zeit, dass Senat und SAGA sich an die von Max Brauer vorgesehene Gemeinnützigkeit erinnern und mehr für ihre Mieter*innen tun.“
