Hamburg muss Zugang zu Ämtern verbessern
Verlorene Unterlagen, schlechte Erreichbarkeit, lange Wartezeiten, fehlende Auszahlungen: Der „Monitor Verwaltungshandeln“ der Freien Wohlfahrtspflege hat gezeigt, dass viele Probleme in Hamburger Ämtern strukturell sind. Mehr als 3.700 solcher Problemanzeigen hat der Monitor über einen Zeitraum von fünfzehn Monaten erfasst.
Die Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert deshalb in einem Antrag zur Bürgerschaftssitzung am kommenden Mittwoch eine Verwaltung, die zugänglich und respektvoll arbeitet. Konkret: Persönliche Vorsprachen müssen mehrmals in der Woche möglich sein, Ämter müssen zuverlässig über Telefon, E-Mail und Online-Portale erreichbar und Hotlines mit auskunftsfähigem Personal besetzt sein. Jede Behörde soll Eingangsbestätigungen ausstellen und in Notlagen Geldleistungen unbürokratisch auszahlen.
Dazu Olga Fritzsche, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Ein funktionierender Zugang zu Ämtern ist kein Luxus, sondern eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Wer auf Unterstützung angewiesen ist, darf nicht an Hürden, komplizierten Online-Portalen oder langen Wartezeiten scheitern. Die Zahlen des Monitors aber zeigen: Viele Menschen in Hamburg erleben genau das. Es ist Zeit für einen Kulturwandel: Persönliche Ansprechpartner*innen, verlässliche Prozesse und respektvoller Umgang müssen wieder zum Standard werden – analog wie digital.“
