Hammerbrooklyn-Pavillon: 40 Millionen Euro auf eine riskante Wette

Heute berät der Haushaltsausschuss der Bürgerschaft über den Kauf des Hammerbrooklyn-Pavillons durch die mehrheitlich städtische Start-Up Labs Hamburg GmbH. Die Stadt soll dafür rund 40,4 Millionen Euro bereitstellen, dabei räumt der Senat in einer Mitteilung an die Bürgerschaft selbst ein, dass sich der Kauf als Immobiliengeschäft nicht rechnet.

Begründet wird die Ausgabe mit einer einzigen Annahme: Gelingt jedes Jahr ein zusätzliches erfolgreiches Startup, das in Hamburg bleibt, sollen über 20 Jahre rund 10,5 Millionen Euro Steuern zurückfließen. Szenarien für den Fall, dass diese Annahme nicht eintrifft, legt der Senat nicht vor. Verbindliche Ziele gibt es nicht. Sie sollen erst nach dem Beschluss zwischen Behörde und städtischer GmbH ausgehandelt werden, ohne Beteiligung des Parlaments.

Wie riskant diese Wette ist, zeigt das Gebäude selbst: Schon seit 2021 betreibt die Factory Berlin dort einen Startup-Campus. Der schließt nun zum 1. Oktober 2026. Woran dieser erste Versuch gescheitert ist und warum es unter städtischer Regie besser laufen soll, erklärt der Senat nicht. Außerdem wissen wir, dass etwa 70 bis 80 Prozent aller Startups innerhalb der ersten drei Jahre scheitern (Institut für Mittelstandsforschung Bonn).

Dazu Xenija Melnik-Üzum, wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Für Kitas und soziale Träger ist angeblich kein Geld da. Für ein gescheitertes Prestigeprojekt zaubert der Senat plötzlich 40 Millionen Euro aus dem Hut, gestützt auf einer realitätsfernen Rechnung. Das ist keine Wirtschaftsförderung, das ist Glücksspiel mit Steuergeld. Ohne klare Ziele und echte Kontrolle gibt es von uns keinen Blankoscheck.“