Im Schneckentempo gegen den Mietwucher: Taskforce hat noch keinen einzigen Fall bearbeitet
1.700 Meldungen wegen Mietwucher sind seit November 2024 bei Hamburgs Bezirken eingegangen. Bearbeitet wurde davon noch kein einziger Fall. Seit dem 1. Juli 2026 liegen diese Verdachtsfälle nun bei einer neu eingerichteten Taskforce, dem „Sachgebiet Mietpreisüberhöhung“ – von den geplanten 6 Stellen sind erst 4,5 besetzt. Werbemaßnahmen, um die Hamburger*innen über den Mietenmelder zu informieren, werden weiterhin nur geprüft – mehr Fälle sollen offenbar nicht hinzukommen. Dies geht aus einer aktuellen Anfrage der Linksfraktion hervor.
Dazu Heike Sudmann, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Gute Zeiten für dreiste Vermieter*innen in Hamburg: 1.700 bei den Bezirksämtern gemeldete Verdachtsfälle von überhöhten Mieten und Wuchermieten liegen seit November 2024 auf Eis. Nicht ein Fall wurde bearbeitet. Nach über einem Jahr hat der Senat sechs mickrige Stellen geschaffen, davon 4,5 für die Sachbearbeitung. Damit muss eine Vollzeitkraft nun rund 370 Fälle bearbeiten. Angesichts der umfangreichen Recherchearbeiten dürfte es noch zig Monate oder gar Jahre dauern, bis alle bereits jetzt gemeldeten Fälle angefasst und bearbeitet werden. Die Zeche, nämlich die überhöhten Mieten, müssen solange die Mieter*innen zahlen. Das ist unverantwortlich. Ursprünglich wollte der Senat 12,5 Stellen für vier Bezirke schaffen. Sechs Stellen für ganz Hamburg sind für die betroffenen Mieter*innen viel zu wenig. Da kann die Mietmafia beruhigt weiter machen.“
