Kraftwerk Wedel: Unsummen verbrannt, Kosten sind Geheimnis
Das Kohlekraftwerk Wedel ist nicht nur eine Dreckschleuder, es leidet auch noch unter Altersschwäche und ist mehrfach ganz oder in Teilen ausgefallen. Eine Anfrage der Linksfraktion ergibt jetzt, dass 105 Millionen Euro für zwei Laufzeitverlängerungen angefallen und die Instandhaltungskosten der antiquierten Anlage Geschäftsgeheimnisse sind.
Dazu Stephan Jersch, energiepolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die gute Nachricht ist, dass bisher die Wärmebereitstellung auch ohne das Kohleheizkraftwerk Wedel im Herbst und Winter funktioniert hat. Aber die von der Stadt bestätigten 105 Millionen Euro für die zweimalige Laufzeitverlängerung zeigen, dass die Planungen für den Ersatz von Wedel mehr als blauäugig waren. Die Angabe der zusätzlichen Kosten für die Instandhaltung verweigern die Hamburger Energiewerke (HEnW) mit dem Hinweis auf Geschäftsgeheimnisse. Da werden Gelder eines städtischen Unternehmens in unbekannter Höhe ‚verbrannt‘. Die Öffentlichkeit hat angesichts des Betriebsdesasters einen Anspruch auf Klarheit.“
Angesichts dieser Kosten stellt sich die Frage nach verpassten möglichen Alternativen für die Ablösung des Kohle-Dinos. Stephan Jersch: „2018 sprach der Senat noch vom temporären Betrieb von Heizkesseln bis zum Ersatz des Kraftwerks. Dass die HEnW heute weder die im Wortprotokoll von 2018 vorliegenden Aussagen nachvollziehen können, noch sagen können, ob nicht der vorübergehende Ersatz von Heizkesseln billiger gekommen wäre, wirft kein gutes Licht auf den Planungsprozess – da fehlt bei einem öffentlichen Unternehmen jede Transparenz – denn was hier schief gelaufen ist, geht alle Hamburger*innen an.“
