Krankenhausstandards: Halbherziger Schritt reicht nicht

  • 21. Februar 2018

Der Senat hat heute verbindliche ärztliche und pflegerische Standards für die Bereiche Herz-, Thorax- oder Gefäßchirurgie festgelegt. Für die Intensivstationen im Bereich der Herzchirurgie wird eine Mindest-Personalbesetzung für Pflegekräfte vorgegeben. „Es ist ein längst überfälliger Schritt für mehr Patientensicherheit, Mindestpersonalregelungen für die Krankenhauspflege vorzugeben“, sagt Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LNKE in der hamburgischen Bürgerschaft. „Doch der Schritt bleibt halbherzig, solange nicht für alle Intensivstationen Mindestpersonalvorgaben entsprechend den Empfehlungen der Fachgesellschaften
festgelegt werden.“

Die Patientengefährdung durch Personalmangel müsse auch in den anderen Bereichen angegangen werden, sonst drohe die Verlagerung des Personals von Stationen ohne Personalvorgaben in Stationen mit Personalvorgaben.
Dadurch würde der notwendige Aufbau von mehr Pflegepersonal unterlaufen. Die Gesundheitssenatorin hat zudem verkündet, dass die Große Koalition jährlich zusätzlich 32 Millionen Euro für mehr Pflegepersonal für Hamburg vorsehe. „Davon könnten zusätzlich nur 700 bis 800 Pflegekräfte eingestellt werden. Da nach Schätzungen jedoch über 4.000 Pflegekräfte in Hamburger Krankenhäusern fehlen, wird der Pflegenotstand in den Hamburger Krankenhäusern damit nicht beendet“, kritisiert Celik.